ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE

PÖNIs: (4/5)

DAS LEBEN KENNENLERNEN. PROBIEREN. Titel = „ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE“ von SIMON VERHOEVEN (B + R; D 2025; nach dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff/2015; K: Jo Heim; M: Segun Akinola; 136 Minuten; deutscher Kino-Start: 29.01.2026). Wie ist Dein Leben? Kannst Du es Dir aussuchen? Bestimmen? Dirigieren? Oder bist Du abhängig? Von „den Dingen des Lebens“? Von den Regeln? Vorgegeben von den Eltern? Zum Beispiel? Oder entscheiden die Begegnungen, mit denen Du „zu tun“ hast? Von den täglichen, nächtlichen, tagesaktuellen Einflüssen? Von wegen Freunde, Kunst, Künste?  Oder was ist überhaupt das Leben, das MANN führt? Wie vermag man es „korrekt“ zu beschreiben? Zu erklären?

Ich bin ein Fan des Autoren-Regisseurs SIMON VERHOEVEN, der uns schon seit Jahren mit einigen wunderbaren deutschen Kinofilmen beglückt hat. Wie „Männerherzen … und die ganz, ganz große Liebe“ (s. Kino-KRITIK /2011/4 PÖNIs);   „Girl You Know It’s True“ (s. Kino-KRITIK /2023/4 1/2 PÖNIs);  „Willkommen bei den Hartmanns“ (s. Kino-KRITIK /2016/4 1/2 PÖNIs).  Und nun meldet er wieder ein gutes Stück Cinema für unsere Lichtspielhäuser an. Denn dieses „Lücken“-Movie, das genau DIESES THEMA behandelt,  lässt sich prächtig gefallen. Anschauen. Mitdenken. Die Bewegungen dazu sind sehr bekömmlich. Angenehm unterhaltsam. Und bisweilen ziemlich ulkig auch.

Mit 20 wird Joachim (BRUNO ALEXANDER) unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht deshalb in die Villa zu seinen Großeltern Inge und Hermann (prächtig: SENTA BERGER  und MICHAEL WITTENBORN). Zwischen den skurrilen Herausforderungen der Schauspielschule und den exzentrischen, oft alkoholgetränkten Ritualen seiner Großeltern bemüht sich Joachim, seinen Platz in der Region und – zugleich – in der komplizierten Welt zu finden. Ohne eigentlich „so richtig“ zu wissen, welche Rolle, welcher Platz FÜR IHN „tatsächlich“ vorgesehen, also reserviert sei. (Aber ER ist ja auch erst 20); der irritierte Lausbub).

Doppelbödig-komisch und reichlich berührend erzählt Simon Verhoeven davon, wie schwierig es ist bzw. wird, sich seinen umfangreichen Gefühlen zu stellen. Währenddessen WIR uns der Prozedur amüsiert stellen. Gut so (= 4 PÖNIs).

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