HALLO-zusammen,

1.)   PÖNI-privat-beruflich: Ihr wollt wissen, wie so ein typischer Tag eines Film-Schreibers ausschaut? Okay. In der Regel - gegen 6 Uhr ´raus. Dafür sorgen schon die Miezen (für Unkundige: Ich darf bei zwei nicht nur wunderschönen, sondern auch cleveren, pfiffigen und Fell-vollen Main Coon-Katzen namens Paul & Klärchen wohnen,11 und 10 Jahre alt, und die wecken mich spätestens täglich sanft, aber bestimmend gegen 5.30 Uhr; dann bleibe ich noch einige Minuten "irritiert" liegen, bevor sich die Kurzfilmblase meldet und ich - sehr zur Futter-Freude meiner ständig hungrigen Schönen - endgültig aus den Federn steige). Nachdem die beiden Pfoten ausgiebig gestreichelt und abgefüttert sind, auch gerne umgekehrt, darf ich `ran. Frühstücken. Ich benötige immer täglich rund eine Stunde Anlaufzeit, so mit Kaffee und "Inforadio"-hören, bevor ich in die Gänge komme. Werktage sind fest verplant. Mit Pressevorführungen ab 10 Uhr. Die nächste ist zu 12.30 Uhr annonciert. Weitere stehen in der Regel für 15 und 17.30 Uhr auf dem Zeit-Plan. Wenn es "ganz schlimm" kommt, dürfen wir auch noch zu 20 Uhr vorab einen neuen Film sehen. Ich akzeptiere für mich inzwischen werktäglich nur noch bis zu 3 Filme. Die anderen müssen nachgesehen werden (Preview?) oder kommen über einen individuellen Link per Mail nach Hause.

Zu Pressevorführungen (PVs) wird per Mail viele Tage vorher eingeladen. Das beste PV-Kino in Berlin ist zweifellos die "Astor FilmLounge" am Kurfürstendamm, das prächtige Theater von Hans-Joachim Flebbe, gefolgt natürlich vom feinen "Zoo Palast", mit dem komfortablen Haus 1. Weitere Spielstätten für Berliner PVs sind das "Filmkunst 66" in der Bleibtreustraße (nahe Ku'damm), das "Delphi" in der Kantstraße sowie das "CineStar" im Sony-Center am Potsdamer Platz mit seinen vielen Spielstätten. Der Ablauf einer PV ist unaufgeregt: ankommen, in die Presse-Liste eintragen, Platz nehmen. Mir ist es am liebsten, wenn ich über den Film, den wir gleich sehen werden, nicht so viel oder sogar gar nichts weiß. Dann kann ich einen ("jungfräulichen") Film besser auf mich wirken lassen. Früher, als wir nur wenige bei den PVs waren, zu alten Westberliner Zeiten, kamen höchstens 10 bis 15 Personen (da gab es sogar teilweise leckere Schnittchen zuvor), und ich konnte mich in eine Kinosaal-Ecke verkrümeln und mir während des Films mit Leuchtkugelschreiber Notizen machen. Das ist heute, wo mitunter bis zu 250 Personen zu einer Vorführung kommen, nicht mehr möglich, ohne zu stören. Also lass' ich es. Ach so ja: Zu jeder PV gibt es vorher alkoholfreie Getränke (Ausnahmen manchmal, spät-abends, möglich). Ich trinke nicht sehr viel, weil ich eine - besagte - Kurzfilmblase habe. Und: Popcorn gibt es für uns keins. Sondern nur manchmal für begleitende Kinder, zu Kinderfilm-PVs. Im Übrigen - für fast jeden anlaufenden Film gibt es oft 2 Vorführungsangebote: Eines Wochen/Monate vor dem Kinostart, für die Lang-Termin-Planer, meistens noch in der Originalfassung; ein zweites Angebot nehme ich überwiegend an, kurz vor dem Kinostart, entweder auch in der originalen Fassung oder mit deutschen Untertiteln oder gleich in der deutschen Synchronfassung. 

Heute mache ich mir nach häuslicher Rückkehr sofort Notizen und lege sie dann für die Kinostart-Kritik bei  www.poenack.de  und für  www.poenitv.de  auf Halde. Eine Besonderheit noch. Ist ein Film totale Grütze, meldet sich komischerweise öfters die besagte Kurzfilmblase, sodass ich einige Male während der Vorführung kurz "flüchten" muss. Ist ein Film toll, wird bis zum Ende "durchgehalten". Sodass die Presse-Agentinnen für die jeweiligen Filme oftmals schon einschätzen können, wir mir ein Film gefallen hat oder eben nicht: Denn sie halten sich während der PV im Foyer auf, um sofort nach Filmende uns "zu befragen", wie uns der Film denn gefallen hat. Und wenn sie mich dabei beobachtet haben, dass ich mehrmals während der PV aufs Klo wanderte, werde ich erst gar nicht mehr befragt. Apropos. Es fällt mir sowieso schwer, mich nach einem Film umgehend "fehlerfrei" zu äußern. Brauche erst einmal zeitlichen Abstand, um mich orientieren zu können. Gebe also ungerne sofort über den gerade gesehenen Film mündliche Auskunft, was mich keineswegs "beliebter" macht. Wundere mich über Kollegen/Innen, wie die Sekunden nach einer Vorführung sogleich fertige Kritik-Sätze und -Ansichten formulieren können. Alle Achtung!

Wie lange ich an einer Kritik schreibe? Völlig unterschiedlich. Es gibt Texte, die entstehen in einem Zeitfenster von bis zu 8 Stunden. Da wird formuliert, gefeilt, verworfen, verzweifelt, umgetextet, um schließlich - mit einer gehörigen Portion Kopfschmerzen bisweilen - endlich fertig zu werden. Andere Texte dagegen schreiben sich "wie von selbst". Am Schlimmsten ist es, wenn ich total begeistert bin von einem Film ("Three Billboards..." neulich) und Schwierigkeiten habe, diese Euphorie gebührend ´rüber zu bringen. Am leichtesten dagegen fallen mir Texte zu Filmen von und mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer. 

Ich wünsche der Gemeinde ein "fehlerfreies" Ostern. 
Liebe Fest-Grüße überall-hin,

PÖNI Pönack

P.S.:  Ach ja, noch eine dicke aktuelle TV-Empfehlung: HEUTE, am DONNERSTAG- ABEND (29.3.), läuft im Bayerischen Fernsehen ab 22 Uhr eine nagelneue 90 Minuten-Sendung mit dem großartigen Kabarettisten URBAN PRIOL. Titel: "Priols satirischer Rundblick". Ich kann mir vorstellen, dass dies die beste TV-Einstimmung fürs bevorstehende Oster-Fest ist.  Eine Wiederholung sendet übrigens BR-TV am Oster-Montag ab 23.45 Uhr!  Tschüs. 

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JIM KNOPF UND LUKAS, DER LOKOMOTIVFÜHRER

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"JIM KNOPF UND LUKAS, DER LOKOMOTIVFÜHRER" von Dennis Gansel (D 2016/2017; B: Dirk Ahner; Andrew Birkin; Sebastian Niemann; nach dem gleichn. Roman von Michael Ende/1960; Co-Creative-Producer: Michael "Bully" Herbig; K: Torsten Breuer; M: Ralf Wengenmayr; 110 Minuten); Der deutsche Schriftsteller MICHAEL ENDE (12.11.1929 - 28.8.1995) zählt zu den erfolgreichsten Jugendbuch-Autoren hierzulande. Seine Romane wie "Die unendliche Geschichte"; "Momo" und "Jim …

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IM ZWEIFEL GLÜCKLICH

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"IM ZWEIFEL GLÜCKLICH" von Mike White (B + R; USA 2016/2017; K: Xavier Grobet; M: Mark Mothersbaugh; 102 Minuten); ja, das ist doch der geeignete Festival-Film: von wegen Sich-in-Problemen-Suhlen. Jedenfalls lange Zeit. Motto: Seelen-Missstimmung. Bei Brad Sloan (BEN STILLER). Aus Sacramento. Der ist mittleren Alters und ihn peinigt eine ausgesprochene Midlife-Krise. Läuft mit der Trauer-Fresse eines Dauer-Grüblers herum. Verkündet Depri-Sätze …

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VERPISS DICH, SCHNEEWITCHEN

VERPISS DICH, SCHNEEWITCHEN

"VERPISS DICH, SCHNEEWITCHEN" von Cüneyt Kaya (Co-B + R; D 2016; Co-B: Rainer Bender; Stefan Höh; Matthias Brod; K: Tomas Erhart; 88 Minuten); sein Debütfilm - "Ummah - Unter Freunden" (2013; mit Frederick Lau) - hat mir gefallen, besaß Atmosphäre und authentische Typen-Charaktere. Doch der Nachfolger-Streich vom Berliner Regisseur und Co-Drehbuch-Autor Cüneyt Kaya verkommt zu einer nur voll peinlichen, schmerzhaften …

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UNSANE - AUSGELIEFERT

UNSANE - AUSGELIEFERT

"UNSANE - AUSGELIEFERT" von Steven Soderbergh (USA 2017; B: Jonathan Bernstein; James Greer; K:  Peter Andrews = Steven Soderbergh; Schnitt: Mary Ann Bernard = Steven Sodebergh; M: Thomas Newman; 97 Minuten); wie schön, "Oscar"-Preisträger STEVEN SODERBERGH ("Traffic - Macht des Kartells"/2001) kündigte zwar schon des Öfteren seinen Rückzug aus dem Film-Business an, doch dann machte der renommierte Filmemacher (einst: die …

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FIRST KILL

HEIMKINO:
FIRST KILL

"FIRST KILL" von Steven C. Miller (USA 2016; B: Nick Gordon; K: Brandon Cox; M: Ryan Franks + Scott Nickoley; 101 Minuten; Heimkino-VÖ: 22.3.2018); sie gehörten viele Jahre zu den "Top-Heros" im Hollywood-Kino: "Oscar"-Preisträger Nicolas Cage, Jahrgang 1964 ("Leaving Las Vegas"/1996), Neffe von Francis Ford Coppola, der sowohl als Charakter-Mime ("Mondsüchtig"; "Stadt der Engel") wie auch als Action-Star ("The Rock"; …

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