HALLO-zusammen,

1.)  PÖNI-privat:

BERLINALE. Bin seit 1963 neugierig mit-dabei. Erst als Westberliner Publikums-Interessent, danach, ab 1968, als Anfänger-Kritiker-Beobachter. Heuer ist das insgesamt meine 55. Berlinale. 
Seit 1967 schreibe ich Kritiken über Filme. Am Anfang für die Monats-Broschüre "Pro + Kontra", herausgegeben von der "Neigungsgruppe" (= so hieß das bzw. die damals wirklich) "Literarische Mittwochsgesellschaft des DGB". Wir waren Kultur-interessierte junge Leute, die sich an jedem Mittwoch im Clubkeller des DGB-Berlin (in der Keithstraße am Wittenbergplatz) trafen, um sich über Theater, Literatur, Kunst und Film kritisch auszutauschen und Gäste aus der Westberliner Kulturszene zu begrüßen. 1970 stellte die BERLINALE, auf Anregung des Festival-Leiters Dr. Alfred Bauer, eine Jugend-Jury zusammen. Sie sollte eine eigenständige Bewertung der Wettbewerbsfilme vornehmen. Als Vertreter des DGB wurde ich dorthin beordert (s. Foto vor dem "Zoo Palast": ganz rechts). Es war das Rebellen-Jahr; die Berlinale wurde zwei Tage vor dem offiziellen Ende, am 7. Juli, wegen des deutschen Anti-Ami-Wettbewerbsfilms "o.k." von Michael Verhoeven abgebrochen, keine offiziellen Preise wurden vergeben. Danach sollte sich einiges im künftigen Berlinale-Programm grundlegend verändern, zum Beispiel wurde das "Internationale Forum des Jungen Films" als neue Institution ins Leben gerufen. Vereinfacht gesagt. Um so mehr wurde unsere unabhängige "Jugendjury"-Bewertung in diesem präkeren Berlinale-Jahr beachtet: Wir lobten als "Besten Film" den (heute als nordischer Kultfilm geltenden) schwedischen Beitrag "Eine schwedische Liebe" von Roy Andersson aus. Nicht als einstimmige, sondern als Mehrheits-Entscheidung. Dabei - nach heißen Diskussionen - die Filme "Warum läuft Herr R. Amok?" von Rainer Werner Fassbinder und "o.k." von Michael Verhoeven hinter sich lassend. 

Zwei Jahre darauf, im Frühjahr 1972, berief mich Dr. Alfred Bauer in die Auswahljury für den nächsten Berlinale-Wettbewerb (23.6.-4.7.) Ich erinnere mich, dass zu den insgesamt sieben Kollegen/Innen-Entscheidern die geschätzte (und sehr angenehme) Münchner Journalistin "Ponkie" (= Ilse Kümpfel-Schliekmann), der Berliner "Morgenpost"-Kritiker Dieter Strunz und der SFB-Kollege Kurt Habernoll gehörten. Es war eine hochinteressante und spannend-demokratische Erfahrung: Nach der jeweiligen Filmbesichtigung wurde ausführlich über den gesehenen Film diskutiert, dann abgestimmt und oft nur mit (auch knapper) Mehrheit entschieden. Und: Viele eingereichte Filme wurden auch wegen mangelnder Qualität einstimmig abgebrochen. Wir sahen uns insgesamt um die 120 Filme innerhalb von vier (natürlich unterbrochenen) Wochen an und entschieden uns dabei für Wettbewerbsbeiträge wie "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" von Rainer Werner Fassbinder; "Pasolinis tolldreiste Geschichten" von Pier Paolo Pasolini oder "Untersuchungshaft" von Nanni Loy aus Italien. Während der Festival-Leiter, Dr. Bauer, natürlich das Recht hatte, bestimmte Promi-Filme - wie "The Possession of Joel Delany" von Waris Hussein aus den USA, mit Shirley MacLaine, "ohne uns" eigenständig einzuladen. Für mich war diese - ehrenamtliche - Arbeit in einem solchen Gremium eine hochinteressante Ehre. Sowohl in Sachen Beruf als auch in Sachen prominente "Kollegenschaft". Motto: "Wie ticken DIE eigentlich?" Antwort: Ziemlich normal. Mit angemessenen Eitelkeiten. 

Als Dr. Wolf Donner 1977 die Berlinale-Führung übernahm, berief er mich ebenfalls umgehend in die Auswahljury für die nächste Berlinale (24.6.-5.7./die letzte im Sommer). Leider musste ich aus zeitlichen Gründen absagen. 
Erkenntnis-Fazit aus jenen aufregenden Berlinale-Jahren: "Die" kochen alle auch nur mit Wasser; Argumente-Austauschen war ein faszinierender Lern-Prozess; Begegnungen mit interessanten Leuten waren an der Tagesordnung, und im anerkannten Kollegen- bzw. Expertenkreis mitzumischen, hat mich einst geprägt. Als autodidaktischer (= unstudierter) beruflicher Kritiker-"Seiteneinsteiger" selbstbewusster werden lassen. Für die kommenden Jahre.

2.)   MUSIK: Ich liebe den Film, ich mag seine Musik. Gerade hat mich endlich der Original-CD-Soundtrack von/zu meinem Lieblingsfilm der vergangenen Wochen erreicht: "THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI". Carter Burwell hat dazu eine stimmige, stimmungsintensive Klang- Atmosphäre geschaffen, zudem ist der "Four Tops"-Hit "Walk Away Renee" mit-drauf. Wer den Film gesehen hat, kann an einer wunderschön-atmosphärischen Film-Erinnerung teilhaben. 

3.)   LESEN:  Möchte demnächst über meine zahlreichen Begegnungen mit dem Meister des Humors, Vicco von Bülow alias LORIOT, schreiben. Schmökere deshalb gerade in dem Taschenbuch "DER GLÜCKLICHE SCHLÄGT KEINE HUNDE" von Stefan Lukschy herum, in dem sich auch Promis wie Axel Hacke, Hape Kerkeling, Otto Sander oder Bastian Pastewka und Max Rabe zum - ewig - beliebtesten deutschen Humoristen äußern. Törnt an, ist amüsant. Mit viel Gute-Laune-Appeal. 

PÖNI grüßt gerne in die Gemeinde 

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SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS

SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS

"SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS" von Guillermo del Toro (Co-B, Co-Produzent + R; USA 2016; Co-B: Vanessa Taylor; K: Dan Laustsen; M: Alexandre Desplat; 123 Minuten); diesen Film nicht zu mögen, ist eigentlich unmöglich. Es sei denn, du verfügst wirklich über kein Herz. Um eine Schublade zu öffnen, er ist für mich so etwas Einzigartig-Märchenhaftes wie "E.T. …

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ALLES GELD DER WELT

ALLES GELD DER WELT

"ALLES GELD DER WELT" von Ridley Scott (USA/GB 2017; B: David Scarpa; inspiriert von dem Sachbuch "Painfully Rich" von John Pearson/1995; K: Dariusz Wolski; M: Daniel Pemberton; 132 Minuten); die Geschichte um diesen Film-Dreh ist alleine schon einen eigenen Film wert; kurz zu den Fakten: der aktuelle Film des britischen Sir-Regisseurs RIDLEY SCOTT (zuletzt: "The Secret Man"; "Mord im Orient-Express") …

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BLACK PANTHER

BLACK PANTHER

"BLACK PANTHER" von Ryan Coogler (Co-B + R; USA 2017; Co-B: Joe Robert Cole; nach dem Marvel-Comic-Charakter/erstmals 1966; K: Rachel Morrison; M: Ludwig Göransson; 134 Minuten); die 18. hauseigene Marvel-Produktion stellt - erstmals - einen schwarzen Superhelden aus dem "Avenger-Team" solo in den Mittelpunkt. Nach den Ereignissen von "The First Avenger: Civil War" (s. Kino-KRITIK) kehrt Königssohn T'Challa alias "Black …

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WER IST DADDY?

WER IST DADDY?

"WER IST DADDY?" von Lawrence Sher (USA 2015/Nachdreh: 2017; B: Justin Malen, K: John Lindley; M: Rob Simonsen; 113 Minuten); warum dieser schon in den Staaten gefloppte Doof-Film dennoch unsere Lichtspielhäuser beleidigend-sinnlos füllt, ist mir ein Rätsel: Ein auch nur irgendwie gearteter Zuspruch, gar Erfolg, erscheint mir unmöglich. Zwei Brüder-Witzfiguren, Kyle (OWEN WILSON) und Peter (ED HELMS/der Zahnarzt aus den …

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TATORT: DER KALTE FRITTE (11.2.2018)

TATORT: DER KALTE FRITTE (11.2.2018)

Quelle: MDR Was für eine Überraschung: Erst waren sie fest nur für die ARD-Weihnachts- beziehungsweise Neujahrszeit gebucht, zuletzt: am 26.12.2017 mit "Der wüste Gobi", einer überaus gelungenen MDR-"Tatort"-Produktion mit diesem clownigen Polizisten-Ehepaar Kira Dorn & Lessing (alias NORA TSCHIRNER & CHRISTIAN ULMEN) aus Weimar (s. TV-KRITIK), jetzt tauchten sie schon wieder auf. Sozusagen für eine missratene Helau-Faschings-Schelmen-Krimi-Version. Im "Tatort"-Fall Numero …

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