HALLO-zusammen,
beim Kauf von Büchern entdeckte ich soeben auf der Papiertüte folgenden Spruch, der mir zusagt:
MAN MUSS SEIN HERZ AN ETWAS HÄNGEN, WAS ES LOHNT"  (Hans Fallada).  

1.)   PÖNI-privat: In dieser Woche, am letzten Montag, war der 55. Jahrestag des Élysée-Vertrages zwischen Frankreich und Deutschland annonciert, einst vom französischen Präsidenten Charles de De Gaulle und von Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet. Der Frieden und Freundschaft zwischen den oftmals verfeindeten Völkern endgültig besiegelte. Verbunden mit dem Vertrag war die vereinbarte Gründung eines Deutsch-Französischen Jugendwerks. Was ein paar Monate später, Ende Juli 1963, auf beiden Seiten praktisch vollzogen wurde. Von diesem internationalen Jugendwerk sollte ich 8 Jahre später erstmals partizipieren. Denn dadurch wurde FRANKREICH zu einem Herz-Thema in meinem Leben. Ausgelöst durch viele französische Filme in meiner Jugend war meine Neugier auf unser Nachbar-Land immer größer. Geworden. Die vereinzelten Wochenend-Reisen nach Paris, um dort meistens neue Filme in den Pracht-Kinos am und um die Avenue des Champs-Élysées zu sehen, machten mich immer neugieriger auf "das Land" und die Menschen-"dahinter". 


Der Zufall half nach. Während meiner hauptamtlichen Zeit als ÖTV-Jugendsekretär in Berlin (1.11.69-31.3.70) lernte ich Georg Müller von der DGB-Volkshochschule "Arbeit und Leben" kennen. Diese Organisation war beauftragt worden, im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks Bildungsreisen für Jugendliche nach Frankreich zu organisieren. Für diese gesellschaftspolitische Förderungswürdigkeit gestattete der Arbeitgeber 2 Wochen zusätzlichen Sonderurlaub. Ich absolvierte einen Reiseleiter-Lehrgang und begann mit meiner ehrenamtlichen Arbeit Anfang September 1971. Mit ständiger Fortsetzung: Die ersten beiden September-Wochen waren fortan für die folgenden 9 Jahre immer Reise-"besetzt". Ziel: Die Bretagne; das Kennenlernen und Eintauchen in diese westfranzösische Region, in diese große, landschaftlich einzigartige "ungestüme" Halbinsel Frankreichs. In und mit allen Facetten von Nachbarschaft: Kultur, Politik (mit Empfängen und Gesprächen bei den örtlichen Bürgermeistern), An-Sichten. Viele institutionelle regionale Begegnungen. Es war für mich einer der absoluten Höhepunkte in meinem umfangreichen Reise-Leben. Mit Bretonen "bretonisch" zu kommunizieren (versuchen); einen bretonischen Separatisten-Barden wie ALAN STIVELL mehrmals bei "kritischen" Konzerten zu erleben ("Wenn es in Frankreich regnet, scheint in der Bretagne die Sonne"); sich mit Einheimischen zu treffen und auszutauschen, mit Händen, Füßen und Dolmetscherin; und auch viele wunderbare Stunden an kleinen phantastischen Wohlfühl-Orten zu verbringen wie Cancale (in der Nähe von St. Malo; berühmt für seine Muscheln und Austern; dort drehte auch Claude Chabrol einige seiner Filme; von wegen der exzellenten Küche-dort) oder der Aufenthalt am Meer in Erdeven, im landschaftlich schönen Département Morbihan.

Aus so manchen Begegnungen entwickelten sich Freundschaften. Bis heute. Natürlich überfuhren wir auch des Öfteren die Grenze zur Normandie, um das weltberühmte Mont St. Michel-Bauwerk zu bewundern, zu erobern. Und ebenso natürlich waren diese alljährlichen Touren immer - für einen in Berlin Zeit-geplagten Junggesellen - auch privat eine Chance, mit spannenden Mädels in näheren Kontakt zu kommen. Ebenso aus der Gruppe wie unter den Einheimischen. Jedenfalls: Es war ein schmackhaftes Jahrzehnt, meine Siebziger-Epoche in der Bretagne. Im Übrigen immer auch: kulinarisch. 
Und: Eines, ganz im Ernst, werde ich nie vergessen. Als ich das erste Mal, überwältigt von vielen Eindrücken, Mitte September 1971 zurückkehrte, waren meine Gedanken: Nie, niemals, würde ich "dort" Krieg führen/ausüben können, gegen Frankreich. Hört sich naiv an, ist aber tatsächlich so gewesen. Womit ich auf diese politische Woche jetzt gerne zurückkomme: Von wegen - der Deutsch-Französische Vertrag und seine sinnvollen individuellen Auswirkungen. Habe neulich gelesen, dass jetzt ein deutsch-deutsches Jugendwerk in der politischen Diskussion ist, eventuell gegründet werden soll. Zwischen Jugendlichen aus dem Westen und aus dem Osten. Beziehungsweise umgekehrt. Wegen der immer noch zu "vielen Störungen". Ehrlich: Pourquoi pas! Warum Nicht! Nur zu! Geht endlich, verdammt nochmal, aufeinander zu. Uns hat das damals, in Frankreich, mit den Einheimischen, ungeheuer "gut" getan. Und ich denke, umgekehrt auch. Wer miteinander kommuniziert, haut sich niemals den Schädel ein. 

2.)   BUCH: Ich habe mir es bereits vor Weihnachten gekauft, kam aber erst jetzt dazu, es auszulesen: "GEORGE LUCAS" bzw. wie die "New York Times" zu Recht urteilte: "Die ultimative Biografie". Von Brian Jay Jones. Wie es - fürchterlich - los ging, das damals mit "Star Wars". Wie aus einem "normalen" amerikanischen Filmemacher ein multi-kreativer cineastischer Gigant wurde, der heute in einem Atemzug mit Steve Jobs und Walt Disney genannt wird. Der mit Figuren wie Luke Skywalker, Han Solo und Indiana Jones Ikonen unserer Zeit schuf. Der nach dem Yoda-Motto handelte: "Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen" (aus "Star Wars: Das Imperium schlägt zurück"). 424 informative, unterhaltsame Seiten über denjenigen, der von sich sagt: "Ich hab's versucht". 

Gute Zeiten, zum Denken, Sehen und Lesen. Oder umgekehrt:     
PÖNI grüßt

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THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI

"THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI" von Martin McDonagh (B + R; USA/GB 2016; K: Ben Davis, M: Carter Burwell; 115 Minuten); manchmal möchte man als Filmkritiker niederknien, vor solch einem gelungenen Werk. Was heißt gelungen: vor einem überragenden Besten-Stück von einzigartigem Kino. Dieses Gefühl allerdings kommt in Gänze äußerst selten vor, hier ist es wieder einmal soweit. Es gilt, keine …

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WUNDER

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"WUNDER" von Stephen Chbosky (Co-B + R; USA 2016; Co-B: Steven Conrad; Jack Thorne; nach dem gleichn. Roman von Raquel J. Palacio//2012; K: Don Burgess; M: Marcelo Zarvos; 113 Minuten); neulich stand die Meldung im Raum, dass Menschen Politiker nach ihrem Aussehen wählen würden. Was für ein offensichtlich realer Nonsens! Passt durchaus in unsere dämliche Zeit, in denen "ausstaffierte" Menschen, …

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NUR GOTT KANN MICH RICHTEN

NUR GOTT KANN MICH RICHTEN

"NUR GOTT KANN MICH RICHTEN" von Özgür Yildirim (B + R; D 2016; Co-Produzent: Moritz Bleibtreu; K: Matthias Bollinger; M: Peter Hinderthür; 100 Minuten); der deutsch-türkische Filmemacher ÖZGÜR YILDIRIM, geboren am 12. September 1979 in Hamburg, ist für harte Spielfilm-Kost bekannt: vor 10 Jahren debütierte er mit "Chiko" (s. Kino-KRITIK), einem harten Milieu-Thriller, mit Moritz Bleibtreu als Hamburger Kiez-Größe. 2011 …

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MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE

HEIMKINO:
MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE

"MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE" von Nana Ekvtimishvili und Simon Gross (D/Fr/Georgien 2016; B: Nana Ekvtimishvili; K: Tudor Vladimir Panduru; M: u.a. von Chopin; 119 Minuten; Kino-Start D: 13.7.2017; dtsch. Heimkino-Premiere: 24.11.2017); manchmal liegen die Juwelen vor einem, in einem Stapel mit der Aufschrift "noch zu sehen", und dann dauert es, bis dieser abgearbeitet und die Film-Perle entdeckt ist. So hier geschehen. …

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TATORT: BAUSÜNDEN (21.1.2018)

TATORT: BAUSÜNDEN (21.1.2018)

Quelle: Martin Valentin / WDR Gleich mal klargestellt: Ich mag sie. Man ja hat beim "Tatort" so seine Ermittler-Lieblinge und zweifellos  -  Max Ballauf (KLAUS J. BEHRENDT) und Freddy Schenk (DIETMAR BÄR) zählen bei mir mit zu den absoluten Favoriten. Und zwar von Anfang an, seit dem 5. Oktober 1997 ("Willkommen in Köln"). Und: Für mich gehört ihr 58. Fall, …

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