LIEBE LEUTE,

1.)  PÖNI-privat:  Solch ein Mist: Habe mich Grippeschutz-impfen lassen und bin danach "heftig" krank geworden. Ein Infekt hat die Atemwege und Umgebung umfassend und anfangs schmerzhaft "strapaziert". Sodass sogar jetzt Antibiotika 'ran muss. Es macht derzeit keinen großen Spaß. DEN aber hatte ich am letzten Wochenende, den Spaß. Das Vergnügen. Diesmal nicht im Kino, sondern im Theater. Wobei: Wann gab es denn zuletzt überhaupt mal im Kino so RICHTIG WAS ZUM LACHEN??? Dort suhlt man sich doch viel lieber in, an und mit den Problemzonen von Mensch und Welt. Ist ja auch einfacher. Weil, wie wir wissen, besserer Humor viel schwieriger herzustellen ist. Um so fröhlicher ging es am letzten Samstagabend im hiesigen "Renaissance Theater" zu. Anlass: Das dortige neue Stück: "MORD AUF SCHLOSS HAVERSHAM". 
Stammt, kommt - natürlich - aus Großbritannien. Von drei "jungen Schnöseln" namens Henry Lewis, Jonathan Sayer und Henry Shields. Seit ihrer Schauspielschulzeit sind sie befreundet und arbeiteten danach, bevor es losging, in einer Hamburger-Bude, in einem Pub und in einem Call-Center. Dann dachten sie sich gemeinsam diese eigenwillige Geschichte für die Bühne aus, die 2012 in London uraufgeführt wurde und inzwischen sogar den New Yorker Broadway erreicht hat. "Wir laden die Leute dazu ein", erklären sie im Programm, "über uns zu lachen". Allerdings: "Für die Charaktere unseres Stückes ist das alles keine Komödie". 

Diese, also Charaktere, haben sich in der "Evangelischen Ernst-Reuter-Platz-Gemeinde-Theatergruppe", kurz: EERPGT", zusammengefunden. Es ist der Abend der Premiere ihres neuen Stücks. Eben: siehe Titel. Dann geht es los. Und, wir ahnen, so ziemlich alles geht, also läuft schief. Total eigentlich. Aber da bekanntlich die Show must go on muss, wird tapfer weitergespielt. Mit andauernden komischen Pleiten, köstlichem Pech und schönen Pannen. Details? Sollte man schon selber sehen. Sau-Komik; äh -komisch. Währenddessen sich das Publikum "wie Bolle" amüsieren darf. Die Anarchie platzt aus (wirklich) allen Nähten. Auch wenn nach der Pause zu viel am Stück hantiert wird, am "angestrengten" Versuch eines Irgendwie-Inhalts, bleibt insgesamt alles auf ulkige Stimmung gepolt. Mit einem prächtigen achtköpfigen Ensemble, darunter Boris Aljinovic (dem Berliner "Tatort"-Ermittler von neulich), Anna Thalbach, Guntbert Warns, Regisseur und Player, oder Thomas Schendel als Butler mit mitreißenden Pointen.

Lachen macht übrigens auch (bald) gesund. Bin mal gespannt. Jedenfalls: Das "Renaissance Theater" hat - nach "Ewig Jung" - erneut einen Lacht-Hit im Angebot (= 4 1/2  PÖNIs). 

2.)  LESEN:  Originaltitel: "To kill the president". Einen Krimi mit viel spannendem wie bösem Realitäts-Geschmack, das bieten die 477 Taschenbuch-Seiten von "DER PRÄSIDENT" von Sam Bourne an, das Pseudonym des britischen Journalisten Jonathan Freedland. Der war lange Zeit Berichterstatter aus Washington für "The Guardian". Nach seinem erfolgreichen Thriller-Debüt mit "Die Gerechten" und dem anschließenden Roman "Das Jahr der Rache" trifft er hier erneut in die volle und derzeitige USA-Politik-Aufregung. Die Amis haben nämlich in seinem Roman einen Demagogen zum neuen Präsidenten gewählt. Einen TRUMP sozusagen. "Es begann in der Nacht, als der Präsident das Ende der Welt einleiten wollte", lautet der erste Satz dieses packenden Thrillers. Der Chef-Populist beabsichtigt nämlich, den Nuklear-Angriff auf Nordkorea zu befehlen. Fiktion und Realität hängen hier dicht beieinander. Der Chefberater des Allmächtigen heißt zwar nicht Steve Bannon, sondern Crawford "Mac" McNamara, ist aber gemeint. Sam Bourne kennt keine Skrupel und verfremdet erst einmal...wenig. Dann gibt er Themen wie Treue und Verrat kräftig-unterhaltsamen Lese-Zunder. Passt spannend in die Gegenwart-Zeit; die Lese-Empfehlung gilt und ich denke, hier wird Hollywood demnächst filmisch nachlegen. (= 4 PÖNIs). 

3.)  MUSIK: Nach dem tollen Chet Baker-Kinofilm-Porträt "Born to Be Blue" von neulich, mit dem überragenden Ethan Hawke (s. Kino-KRITIK), habe ich mir die Chet Baker-CD "BABY BREEZE" vom November 1964 besorgt, von der es heißt, sie sei das beste Album von ihm. Empfinde genau-SO. Läuft seitdem viel auf meinem Player: Genuss-pur. 15 Titel im stimmungsvollen Gänsehaut-Appeal. Musik kann so wunderbar eindringlich sein (5 PÖNIs). 

Gute Gesundheit und liebe Grüße,
PÖNI Pönack

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FACK JU GÖHTE 3

FACK JU GÖHTE 3

"FACK JU GÖHTE 3" von Bora Dagtekin (D 2017; K: Markus Nestroy; M: Djorkaeff; Beatzarre; 120 Minuten); backe backe Kuchen, der Lehrer hat nochmal gerufen...: nach den beiden deutschen Hit-Komödien "Fack Ju Göhte" vom November 2013 (s. Kino-KRITIK) und "Fack Ju Göhte 2" vom September 2015 (s. Kino-KRITIK) - mit insgesamt mehr als 15 Millionen Kino-Besucher -  nun also nochmal …

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MAUDIE

MAUDIE

"MAUDIE" von Aisling Walsh (Kanada/Irland 2016; B: Sherry White; K: Guy Godfre; M: Michael Timmins; 115 Minuten); manche Filme muss man lieb-haben, dies ist solch einer. Kanada in den 1930er Jahren. SIE: Maud Dowley (SALLY HAWKINS); ER: Everett Lewis (ETHAN HAWKE). "Ein verwundeter Vogel und eine Vogelscheuche" (die Regisseurin im Presseheft). Zwei Seelen, die am Rande der Gesellschaft leben. Und …

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DJANGO - EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK

DJANGO - EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK

"DJANGO - EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK" von Étienne Comar (Co-B + R; Fr 2016; Co-B: Alexis Salatkos; frei nach dem Buch "Folles de Django" von Alexis Salatkos; K: Christophe Beaucarne; M: Django Reinhardt, gespielt vom Rosenberg-Trio; Warren Ellis; 115 Minuten); nein, nein, nicht Franco Nero ist gemeint, der "Django" aus dem gleichnamigen Western-Klassiker von Sergio Corbucci (der seinen Helden tatsächlich …

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DIE UNSICHTBAREN - WIR WOLLEN LEBEN

DIE UNSICHTBAREN - WIR WOLLEN LEBEN

"DIE UNSICHTBAREN - WIR WOLLEN LEBEN" von Claus Räfle (Co-B, Co-Produzent + R; D 2016; Co-B: Alejandra López; K: Jörg Widmer; M: Matthias Klein; 110 Minuten); dieser Film tut gut; dieser Film erschüttert; dieser Film unterhält wichtig. Grundsätzlich: Obwohl wir es schon so lange wissen; obwohl man "davon" schon so oft gehört und vernommen hat; obwohl und obwohl und obwohl …

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UNLOCKED

HEIMKINO:
UNLOCKED

"UNLOCKED" von Michael Apted (USA 2016; B: Peter O'Brien; K: George Richmond; M: Stephen Barton; 98 Minuten; deutsche Heimkino-VÖ: 20.10.2017); von Außen betrachtet ist es ein Unding, dass ein Film missraten ist, an dem derart viele namhafte Promis mitgewirkt haben. In der Reihenfolge: Regisseur MICHAEL APTED, Brite des Jahrgangs 1941; realisierte 1999 den Bond-Film "James Bond 007 - Die Welt …

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TATORT: ZURÜCK INS LICHT (22.10.2017)

TATORT: ZURÜCK INS LICHT (22.10.2017)

Quelle: Radio Bremen / Michael Ihle "Bremen" stand heute Abend im Brennpunkt des ARD-"Tatorts": Das Gespann Hauptkommissarin Inga Lürsen (SABINE POSTEL) und Hauptkommissar Stedefreund (OLIVER MOMMSEN) war zum 36. Mal im Einsatz. Davor und zuletzt bekamen sie viel Lob für die März-2017-Folge "Nachtsicht". Und, auch weiterhin und angenehm bemerkenswert: Seit 2016 haben die Beiden mit der exaltierten wie clever-klugen BKA-Spezialistin …

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