LIEBE LEUTE,

ich fing also 1967 an, Filmkritiken zu veröffentlichen. Für die Monats-Zeitschrift "Pro und Kontra" der "Literarischen Mittwochsgesellschaft der DGB-Jugend" Berlin (kurz: LMG).  Damals fanden in West-Berlin wenige Vorab-Pressevorführungen statt; vielmehr bekamen Kritiker postalische Einladungen (für 2 Personen) für die Kino-Vorführungen am offiziellen Kino-Premierentag (damals Freitag). Zuständig für die Einladungen waren die Westberliner Filialen der Verleiher. Ein hiesiger US-Verleih-Chef war "komisch". Zu mir. Weil ich Neuling war, glaubte er, mich "maßregeln" zu können. "Reagierte" bei negativen Kritiken "empört". Drohte mit Verweigerung dieser Einladungen. Wenn die Rezensionen "seiner Filme" "nicht besser" werden würden. Also erfand ich mein Pseudonym: CHRISTIAN DILZBURGER (siehe Foto). Immer, wenn ich einen Film dieses Ami-Verleihs scheiße fand, musste "Christian" 'ran. Als Autor. Was dazu führte, dass ich aus dem Schneider war. Allerdings wollte der Verleih-Agentur-Chef unbedingt jenen Herrn Dilzburger einmal persönlich kennenlernen, um ihm seine Meinung zu geigen. Damit seine Artikel künftig "besser" ausfallen. Positiver. Da musste ich ganz schön tricksen: von wegen - dieser Christian Dilzburger sei ein "schwieriger Typ"; der hat kaum Zeit; ist viel unterwegs; ich brauche ihn allerdings als schreibenden Kollegen, weil ich ja schließlich alleine nicht alle neuen Kinofilme sehen/besuchen kann; aber ich werde mal mit ihm sprechen, damit er nicht immer "so negativ" schreibe. Was ich dann auch getan habe, ich sprach mit mir und habe dabei herzlich gelacht. Denn durch meinen Einfall hatte ich weiterhin die Möglichkeit, sämtliche Kinofilme kostenlos zu besuchen (damals, in den Kritiker-Anfängen, war das Geld bei meiner immensen = teuren Neugier auf ALLE neuen Kinofilme ziemlich knapp; und Honorar gab es für Kritiken - noch - nicht; die kostenlosen Einladungen waren quasi das "Honorar"). 
Was lernte ich daraus: Willst du was, lass dir was einfallen. Oder: Die Welt will - diskret - beschupst werden. Diese Früh-Erfahrung hat mir in den Folge-Lebensjahren SEHR geholfen. Wobei der Begriff "diskret" immer dehnbarer wurde.....

2.)   Musik: Mein toller Vater konnte dies - er baute Anfang der Fünfziger aus Holz und mit der geeigneten Mechanik unser erstes Familien-Tonband-Gerät eigenhändig. Ich werde nie sein erstes Lied vergessen, das er auf diesem Tonband aufnahm, und ich warne vor diesem; denn es ist so ungefähr das Schrecklichste, was ich je an einem Schlager beziehungsweise an einem völlig missglückten Versuch eines Selbigen - vernommen habe. Dennoch möchte ich der Gemeinde den Titel und die Interpreten nicht vorenthalten, denn für mich bedeutet diese musikalische Erinnerung privater "Kult", und selbstverständlich habe ich eine CD mit diesem unglaublich schlechten-irren Lied: 
"EIN PFERD KEHRT HEIM" von den "DIE KILIMA HAWAIIANS;  Dauer: 3:27 ! 

Das soll's für heute von mir gewesen sein.

Wie immer:  HERZliche Grüße

PÖNI Pönack

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ATOMIC BLONDE

ATOMIC BLONDE

"ATOMIC BLONDE" von David Leitch (USA 2015/2016; B: Kurt Johnstad; nach dem Comic "The Goldest City 1" von Anthony Johnston (Text) und Sam Hart (Zeichnung)/2012; K: Jonathan Sela; M: Tyler Bates; 115 Minuten); der sein Geburtsdatum nicht preisgebende Regisseur DAVID LEITCH war über ein Jahrzehnt als Stuntman für Stars wie Brad Pitt, Jean-Claude Van Damme oder Matt Damon ("Jason Bourne") …

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TULPENFIEBER

TULPENFIEBER

"TULPENFIEBER" von Justin Chadwick (USA/GB 2016; B: Deborah Moggach; Tom Stoppard; nach dem gleichn. Roman von Deborah Moggach/1999; K: Eigil Bryld; M: Danny Elfman; 107 Minuten); aufwändig, Bilder-schön, ein emotional-berauschender Blick auf das "Goldene Zeitalter" der Niederlande während des 17. Jahrhunderts. In Mitteleuropa herrscht der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648), und das friedliche Amsterdam erlebt die Herrschaft der Tulpe. Sie, …

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HAMPSTEAD PARK - AUSSICHT AUF LIEBE

HAMPSTEAD PARK - AUSSICHT AUF LIEBE

"HAMPSTEAD PARK - AUSSICHT AUF LIEBE" von Joel Hopkins (GB 2016; B: Robert Festinger; K: Felix Wiedemann; M: Stephen Warbeck; 103 Minuten); ER steht für überzeugende, herrlich amüsante, nicht verkitschte und dafür SEHR unterhaltsame wie unabhängig produzierte Kinoleinwand-Gefühlsgeschichten: JOEL HOPKINS, Brite vom Jahrgang 1970, weder verwandt noch verschwägert mit dem großen Anthony "Hannibal" Hopkins. Nach "Jump Tomorrow" (2001), dem vielfach …

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DAS IST UNSER LAND!

DAS IST UNSER LAND!

"DAS IST UNSER LAND!" von Lucas Belvaux (Co-B + R; Fr/Belgien 2016; K: Pierric Gantelmi D´Ille; M: Frédéric Vercheval; 118 Minuten); was beneide ich die Franzosen, die - mit Belgien im Produktions-Schlepptau - eine politische Geschichte erzählen, die gut und gern auch für uns absolute Aktualität besitzt und Priorität haben sollte. Und neidisch macht. Warum, zum (Förderungs-)Deibel nochmal, ist niemand …

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HAPPY FAMILY

HAPPY FAMILY

"HAPPY FAMILY" von Holger Tappe (D 2015/2016; B: Catharina Junk; David Safier; nach dem gleichn. Roman von David Safier/2011; M: Hendrik Schwarzer; 96 Minuten; auch in 3 D); Trick-technisch können die Macher dieser deutschen Animations-Produktion gut und gern mit den Ami-Profis mithalten, doch was den Inhalt betrifft, so trieft dieser hier nur läppisch, vorhersehbar und wenig originell und schon gar …

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LAKE BODOM

HEIMKINO:
LAKE BODOM

"LAKE BODOM" von Taneli Mustonen (Co-B + R; Finnland 2015; Co-B: Aleksi Hyvärinen; K: Daniel Lindholm; M: Panu Aaltio; 85 Minuten; Heimkino-VÖ: 27.7.2017); Finnland ist bekannt für bessere Arthouse-Filme; Aki Kaurismäki gilt als einer der weltbesten gesellschaftskritischen Melancholiker (zuletzt, großartig: "Die andere Seite der Hoffnung"); die von ihm ins Musik-Leben gerufene dreizehnköpfige Band "Leningrad Cowboys" besitzt - äußerlich (mit ihren …

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