Der weiße Löwe

Heute stelle ich einen meiner definitiven LIEBLINGSFILME vor. Ihn zu sehen, bedeutet – einen wunderbaren „Einschlag“ über die Augen direkt ins Herz. Dass er es mit diesen herrlichen, grandiosen, überwältigenden und absolut leinwandfüllenden Landschafts- bzw. Naturbildern und diesen geradezu einzigartigen, faszinierenden Tieraufnahmen nicht in unsere Kinos „geschafft“ hat, ist mehr als bedauerlich. Toll aber, dass er jetzt „wenigstens“ über den großen Heimkino-Bildschirm zu erleben, zu genießen ist. Titel:

DER WEISSE LÖWE„. In den Credits heißt es anfangs: A Film by Kevin Richardson. Dies wird gleich erklärt. Die genauen Credits lauten: Südafrika 2005-2008; Co-Produzent, Kamera, Regie + Schnitt: MICHAEL SWAN; Story: Rodney Fuhr; M: Philip Miller; 93 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 11.08.2011.

KEVIN RICHARDSON. Geboren 1974 in Johannesburg/Südafrika. Schon als Kind galt er als ausgesprochener Tierliebhaber. Konnte sich aber lange nicht vorstellen, dies zu (s)einem Beruf zu machen. Begann als Sportphysiotherapeut zu arbeiten. Mit 23 kam er über seinen Job mit dem „Lion Park“ am Stadtrand von Johannesburg in Kontakt. Damit war sein Ziel gefunden. Heute leitet er den privaten Wildpark und gilt als berühmter „Lion Whisperer – DER LÖWENFLÜSTERER“. Lebt in „enger Beziehung“ mit „seinen Löwen“. Setzt mehr auf seinen Instinkt als auf herkömmliche Verhaltens- bzw. Vorsichtsregeln. Im Umgang mit/bei seiner tierischen „Sippe“. Die Bilder, wie er in „seinem Rudel“ mit-lebt und dort akzeptiert wird, sind inzwischen weltbekannt. Seine Mission wird im Nachspann deutlich: „In ganz Afrika sind in nur 15 Jahren von ursprünglich 300.000 Löwen weniger als 23.000 Löwen übrig geblieben“.

„Heimat bedarf einer Reise“: Getreu diesem Motto lernen wir eingangs am Lagerfeuer einen alten Mann kennen (JOHN KHANI), der seinen jungen, gebannten Zuhörern eine „Es war einmal“-Geschichte erzählt, die sich wirklich zugetragen haben soll. Anno 1951. Dabei im menschlichen Mittelpunkt: Der junge Afrikaner Gisani (THABO MALEMA). Der hat von der Geburt eines weißen Löwen im Tal seines Shangaan-Volkes gehört. Der Überlieferung zufolge sind diese überaus seltenen Tiere Botschafter der Götter. „Heilige Löwen“. Wo SIE auftauchen, ist Frieden und Wohlstand angesagt. Also macht sich Gisani auf, den Löwen-„Albino“ zu begleiten. Um ihn zu schützen. Zu beschützen. Zunächst aber hat LETSATSI, wie der junge Löwe genannt wird, in seinem familiären Rudel kaum Probleme. Der starke Papa schützt ihn vor Attacken und Außenseiter-„Mobbing“. Doch als der Senior von Konkurrenten verjagt wird, ist Letsatsi fortan allein auf sich gestellt. Gerät in ein neues Territorium. Dort „lebte die gefährlichste Kreatur, die es im ganzen Land gab: DER MENSCH“. Und DER interessiert sich nicht für den Erhalt der Tiere, sondern will „Trophäen“. Ist „dafür“ bereit, viel Geld auszugeben. SEHR viel Geld. „Es ist doch nur ein Löwe“, stellt der örtliche Jäger lapidar fest. Während den reichen Mann hier nur noch interessiert: „Wo steckt das Vieh?“ Gisani, der Beschützer und Begleiter, steht „zwischen Baum und Borke“. Hat sich beim Jäger verpflichtet, um in der Nähe „seines Löwen“ zu sein, vermag aber DEM offensichtlich doch nicht beistehen/helfen zu können. „DER KÖNIG DER LÖWEN“ steht vor dem Abschuss.

MICHAEL SWAN, der hierzulande unbekannte Regisseur, war lange Jahre als Kameramann und Regieassistent für US-TV-Serien und bei Kinofilmen tätig. So zuletzt 2009 beim Clint Eastwood-Südafrika-Werk „Invictus – Unbezwungen“ (mit Morgan Freeman als Nelson Mandela). In seinem ersten eigenen Regie-Film setzt er auf das ebenso prächtige wie brillant bebilderte Wildnis-Abenteuer als packende Unterhaltungsbotschaft: SCHÜTZT DIE TIERE. Vor der Dummheit, der Arroganz und vor der Gier der Menschen. Seht, was für prächtige Mitbewohner sie auf diesem Planeten sind. Deren Anwesenheit genauso „berechtigt“ ist wie unsere. Demzufolge ist die Schutznotwendigkeit ein Muss. Um den Natur- und Artenreichtum zu erhalten. Den Wert unseres Lebensraums. UND: Schaut und begreift diese Schönheit und Einzigartigkeit dieser wunderbaren Umwelt. DIE es UNBEDINGT zu erhalten gilt.

Das halbdokumentarische, halb spielfilmmäßige Werk „DER WEISSE LÖWE“ kommt als warmherziges Plädoyer sensibel an. Mit unglaublich beeindruckenden, wunderbaren Aufnahmen von der wunderschönen südafrikanischen Landschaft und über eine „dezente“, Familien-kompatible Tier-Mensch-Geschichte, die human-spannend anspricht. Berührt. Fasziniert. Bereichert. Jung wie Alt. Ein märchenhafter Film, der im besten Sinne „unter die Haut“ geht. Und gut in den Kopf zielt.

Was für eine feine DVD-Premiere! Mit dazu exzellentem Making of- und Porträt-Bonus-Material von Kevin Richardson, einschließlich seiner unglaublichen Löwenflüsterer-Performance. Toll.

Anbieter: „Sunfilm Entertainment“