Unbeugsam – Defiance

UNBEUGSAM – DEFIANCE“ von Edward Zwick (Co-B+R/USA 2007; 137 Minuten; Start D: 23.04.2009); „Operation Walküre“, „Der Vorleser“, „Adam Resurrected“ und demnächst „Der Junge im gestreiften Pyjama“, es ist schon erstaunlich, diese neue Welle von Holocaust-Filmen, die derzeit auf die Leinwände kommen. Der jüngste Film des 58jährigen amerikanischen Regisseurs Edward Zwick, der schon mehrfach historische und epische Stoffe wie „Blood Diamond“ (2006), „Last Samurai“ (2003), „Mut zur Wahrheit“ (1996) oder „Glory“ (1989) in sehr unterschiedlicher Qualität inszeniert hat, erzählt hier von eher unbekannten historischen Ereignissen um todesmutige jüdische Widerstandskämpfer ist Ost-Europa, präzise – in den östlichen Regionen des vom Nazi-Deutschland besetzten Polens (heute: Weißrussland). Zwick und Co-Autor Clyton Frohman schrieben das Drehbuch nach dem Roman „Defiance: The Bielski Brothers“ der Professorin Nechama Tec, der auf authentischen Begebenheiten basiert.

Als die Nazis 1941 in Osteuropa Tausende von Juden ermorden, unter ihnen auch die Eltern der Brüder Bielski, fliehen diese in die weiten Wälder, die sie seit ihrer Kindheit kennen. Mit Unterstützung der Partisanen überfallen sie Kollaborateure und Nazi-Patrouillen, um ihr Überleben zu sichern. Als sich ihre Taten und ihr Mut in der Zivilbevölkerung herumsprechen, schließen sich ihnen weitere jüdische Landsleute an. Während der ältere Bruder Tuvia (DANIEL CRAIG) als Anführer eher auf Mäßigung setzt, drängt Zus (LIEV SCHREIBER) immer wieder auf blutige Rache für die Nazi-Greueltaten. Zwischen ihnen vermittelt häufig der schmächtige jüngere Bruder Asael (JAMIE BELL/“Billy Elliot – I will Dance“). Um die eisigen Wintermonate zu überleben, lassen die Brüder primitive Wohnhöhlen graben. Nach und nach entsteht ein „gesellschaftliches Lager“, mit festen Regeln, Hierarchien, einer Schule, Synagoge, einem Krankenhaus und einem Gericht. Als 1944 die Rote Sowjetarmee die deutsche Wehrmacht vertreibt, haben die Bielskis etwa 1200 Juden das Leben gerettet.

Was Edward Zwick „daraus“ macht, ist allerdings zwiespältig. Denn man hat den Eindruck, er interessiert sich mehr für die Action-Motive, für die vielen „Baller-Szenen“, als für die historisch verbürgten Fakten und Menschen. Zudem: Pathetische Parolen und rührselige Dialoge wirken absolut kontraproduktiv. Ein Epos Marke Hollywood eben: Konventionell-brachial „auf Unterhaltung“, auf reißerische Action setzend, das (Holocaust-)Thema dadurch unangemessen bis unappetitlich behandelnd. „007 James Bond“-Akteur DANIEL CRAIG („Casino Royale“; „Ein Quantum Trost“) bleibt seinem Star-Image als unerschrockener, stahlharter Kämpfer-Held treu; wirkt aber hier als polnischer Partisanen-Anführer im Sinne der Menschlichkeit eher „na ja“. Wirkt wie eine namhafte Köder-Art Marke „Alibi-/Vorzeige-Zugpferd“. Fazit: Zu viel (auch geistiger) Radau, zu wenig thematischer Respekt; kein guter Abenteuer-Kriegs-Widerstands-Film mit Melodramen-Geschmack (= 2 PÖNIs).