Transformers

TRANSFORMERS“ von Michael Bay (USA 2007; 144 Minuten; Start D: 01.08.2007); der als Regisseur + Produzent derzeit als d e r Hollywood-Krachmacher überhaupt gilt. Bay, am 17.2.65 in L.A. geboren, machte sich zunächst in der Werbebranche mit Werbefilmen für namhafte Automobilfirmen einen Namen. Außerdem schuf er Musik-Videos für Stars wie Aerosmith, Tina Turner oder Meat Loaf. Seit 1995 inszeniert er Action-Filme, die zwar meistens von der Kritik zerrissen werden, an der Kinokasse aber „funktionieren“: „Bad Boys – Harte Jungs“; „The Rock – Fels der Entscheidung“, „Armageddon“ (1998), „Pearl Harbor“ (2001), „Bad Boys II“ sowie zuletzt „Die Insel“ (2005). 2 x wurde er bereits für die „GOLDENE HIMBEERE“ als „schlechtester Regisseur“ nominiert („Armageddon“/“Pearl Harbor“). Auch in seinem neuesten Film geht es hauptsächlich um die bei Bay bekannte wie spektakuläre Dauer- ZERTRÜMMERUNG: Von Geist, Geschmack & Material. Ausgangspunkt: Die 1984 von einem japanischen Spielzeughersteller auf den Markt gebrachte Serie von ROBOTERFIGUREN, die man im Handumdrehen in Flugzeuge, Autos oder andere Fahrzeuge verwandeln kann.

In den USA wurde daraus zunächst ein Zeichentrickfilm („Transformers – The Movie“), in dem der GROßE ORSON WELLES seine Stimme einer übellaunigen Kampfmaschine namens Unicron zur Verfügung stellte. Doch der 1986 in den Kinos angelaufene Streifen floppte und erreichte deshalb auch nie hiesige Leinwände oder Bildschirme. So blieb es beim Spielzeug für die lieben Kinderchen, einer TV-Zeichentrickserie sowie diversen (u.a. Marvel-)Comic-Serien, in denen die „Entwicklung“ der Wandlungsroboter beschrieben/“erzählt“ wird, sowie dem inzwischen obligatorischen Videospielzeug.


Nun also die gigantische Leinwand-Show eines Michael Bay (sowie von Mit-Produzent Steven Spielberg): Seit Jahrhunderten kämpfen zwei außerirdische Roboterrassen – die guten AUTOBOTS und die bösen DECEPTICONS – um die Vorherrschaft im Universum. Auf der Suche nach der ULTIMATIVEN MACHTQUELLE (dem Energiewürfel „Allspark“) sind sie nun auf dem Planeten Erde gelandet, um sich hier zu bekriegen. Und um den jungen, nichtsahnenden Boy Sam (SHIA LaBEOUF) in die Fänge zu bekommen, der, ohne es zu wissen, die Koordinaten für dieses Macht-Ding besitzt. Doch Sam möchte viel lieber seine neue Flamme Mikaela (MEGAN FOX) mit seinem neuen Chevrolet beeindrucken, als das Schlachtgetümmel losgeht. Und 144 Minuten-lang nicht mehr aufhört. Frei nach dem schönen Kriegs-Motto „OHNE OPFER KEINEN SIEG“ verwandeln/tarnen sich fortwährend beide Roboter-Seiten in Autos/Trucks/Kampfjets/Panzer/Flugzeuge/Hubschrauber oder sogar in Stereoanlagen, um sich fortwährend bzw. laut-dröhend zu duellieren. Infantile Kriegs-/Militär-/SIEGER-Phantasien breiten sich permanent aus, um wenigstens mal wieder auf der großen Leinwand einen KRIEG zu gewinnen.

Dafür war die amerikanische Automobil-Industrie gerne hilfreich; fast alle Fahrzeuge stammen in dieser „Apotheose der Schleichwerbung“ („Variety“) vom US-Hersteller General Motors (GM), der sich hier mit einem 3 Millionen-Dollar-Deal beteiligte. Und auch das Pentagon/das amerikanische Verteidigungsministerium stellte dem Filmteam Kampfhubschrauber sowie F-117-Bomber gratis zur Verfügung, damit die Bösewichte von Roboter ANGEMESSEN in die Steinzeit zurückgebombt werden können. DER MASCHINEN- wie TRICK-Park läuft also auf Hochtouren; es kracht, zischt, brüllt permanent; die Amis wollen mal wieder völlig die Gehirne lahmlegen und donnern drauflos, dass es überhaupt kein Vergnügen ist, im Gegenteil: Von Action-Spaß, Charme-Blödsinn, Rummelplatz-Atmosphäre, Rhythmus/Spannung… nichts zu sehen/zu spüren. Es ist halt nur einen teurer, effektvoller, hirnrissiger DAUER-KNALL, in dem Amerika mal wieder weltumspannend den GROßkotzig-ideologischen Entertainer mimt. Mit vielen „üblichen Zitaten“ von „Independence Day“, „Knight Rider“, „Men In Black“ bis „Krieg der Welten“. Dies hier zu erleben, ist abtörnend, eklig, auf den Keks gehend, politisch-dämlich, entsetzlich langweilend.

Seitdem diese unappetitliche patriotische Action-Hymne, dieser „üble Werbefilm für das Militär“ („New York Times“) am 3. Juli 2007 in den USA (mit 4011 Kopien) angelaufen ist, schlägt sie alle Kassenrekorde (= nähert sich dort der 300 Mio. Dollar-Marke), ist aber auch in China und Südkorea inzwischen sehr erfolgreich (= weltweiter Umsatz bislang 477 Mio. Dollar/Stand: 29.7.07). Jetzt fehlen noch die „Einsätze“ aus Japan + Deutschland; für den hiesigen Kinostart an diesem Mittwoch hat die FSK bei uns eine Altersfreigabe von 12 Jahren bestimmt (= 1 PÖNI).