THE BOOK OF HENRY

„THE BOOK OF HENRY“ von Colin Trevorrow (USA 2015; B: Gregg Hurwitz; K: John Schwartzman; M: Michael Giacchino; 105 Minuten); eine „stimmende“ Familie: die alleinerziehende Mutter Susan Carpenter (NAOMI WATTS) mit ihren Söhnen Peter (JACOB TEMBLAY), 8, und Henry (JAEDEN LIEBERHER). Sie ackert als Kellnerin in einem Diner und plant irgendwann einmal, sich zu trauen, Kinderbücher zu verfassen. Während Peter sich mehr mit seinem Spielzeug befasst, hält der 11jährige Henry das Familien-Gefüge zusammen. Indem der hochbegabte kleine Kerl Henry zum Beispiel durch kluge Geldanlage das Haushaltsgeld (erheblich) aufbessert und seinem kleinen Bruder bei aggressiven Attacken von Mitschülern zur Seite steht. In der Nachbarschaft lebt Henrys Schulkameradin Christina bei ihrem Stiefvater, der auch zugleich Polizeichef dieser kleinen Stadt im Hudson Valley ist. Als Henry mitbekommt, dass Christina von ihrem Erziehungsberechtigten misshandelt wird und die zuständigen Behörden dem nicht nachgehen wollen, beschließt er, diesen „sorgsam“ allein auszuschalten. Sein Vorhaben hält er präzise in einem roten Buch fest. Als Henry erkrankt und seinen Plan nicht mehr ausführen kann, „überträgt“ er seiner Mutter diese „durch-konzipierte“ bedenkliche Aufgabe.

Ein interessanter Spannungsfilm. Der ohne „Extreme“ auskommt. Erst als Porträt einer angenehm stimmungsvollen Kleinfamilien-Gemeinschaft, um dann reizvoll zu einem ungewöhnlichen wie spannenden Thriller wechselnd, als es gilt, einem Mädchen aus der Nachbarschaft zu helfen, deren Dasein die tägliche Zuhause-Hölle bedeutet. Der kalifornische Regisseur COLIN TREVORROW, zuletzt aktiv und (sehr) erfolgreich mit „Jurassic World“ (s. Kino-KRITIK) und kürzlich als Spielleiter für „Star Wars Episode IX“ von der Produktionsfirma Disney gefeuert, hat ein feines Händchen für diffizile Motive und feine Gefühle. Seine Geschichte propagiert nicht Gewalt als ewige und alleinige „amerikanische Lösung“ und ist warmherzig in der zwischenmenschlichen Beziehung innerhalb des Klein-Kosmos Family. Die kindlichen Darsteller spielen überzeugend-großartig, vor allem auch körpersprachlich, „zwischen den Zeilen“, und vermitteln starke Emotionen.

Gute niveauvolle Unterhaltung: „THE BOOK OF HENRY“ (= 4 PÖNIs).