TATORT: HARDCORE (8.10.2017)

Quelle: BR/Hagen Keller

Ich habe mich irgendwann verzählt; dies war heute Abend bereits der ARD– „Tatort„-Fall Nr. 1030. Klassischer „Tatort: München“. Titel: „HARDCORE“; Co-Drehbuch-Autor und Regisseur: Philip Koch, ein Einheimischer (Münchner des Jahrgangs 1982), der das Drehbuch gemeinsam mit Bartosz Grudziecki schrieb. Es war der 77. Fall des bayerischen Ermittler-Duos Miroslav Nemec (als Ivo Batic) & Udo Wachtveitl (als Franz Leitmayr), die seit dem 1.1.1991 (= „Wer zweimal stirbt“) gemeinsam unterwegs sind. Und diesmal so heikel wie selten. Von wegen: Das Unterleibs-Milieu ruft.

 
Schließlich ist eine Amateur-Profi-Pornodarstellerin, und auch noch Tochter des Oberstaatsanwalts, ermordet worden. Tagsüber in der Altenpflege befasst, nachts auch. Während der Fall viele Verdächtige hervorspült und „Irgendeiner“ es schließlich auch ist, also war, interessiert sich der Film mehr für das ebenso pulsierende wie sprachlich unbekannte / unverständliche und „aktive“ Milieu, in dem „Geier“ konkurrieren. Also sich beharken. Wobei alles in der Schwebe bleibt: Fall, Personal, Schmutz. Mal einen Krimi-Happen davon, mal etwas ulkige Nackedei-Atmosphäre, mal Sex „ab 12 Jahren“ (wie von der Jugendschutzbeauftragten richtig bewertet; nix für geile Voyeure). Und mit zwei in die Jahre gekommenen Ermittlungs-Profis, die nicht so recht wissen, was sie „davon“ halten wollen: „Ich hab‘ da ein süßes Mädel mit zwei Typen mit ’nem schönen Schwanz, den haben sie jetzt extra ’ne halbe Stunde steif gehalten. Ich hab‘ keinen Bock, dass die wegen euch Zwei was einwerfen müssen, um vögeln zu können“. Nee, dann lieber weiterhin „Amt“, spricht aus den Gesichtern von unseren Hauptkommissaren nach solchem Vortrag.
 
Ach so ja, dieser – oft Semmeln kauende – Büro-Kollege Ritschy Semmler (Stefan Betz) wird immer Deppen-komischer; hält den Film „Außer Atem“ für einen Porno. Was für ein ein Schwank! (= 3 PÖNIs).
HUP