TATORT: BAUSÜNDEN (21.1.2018)

Quelle: Martin Valentin / WDR

Gleich mal klargestellt: Ich mag sie. Man ja hat beim „Tatort“ so seine Ermittler-Lieblinge und zweifellos  –  Max Ballauf (KLAUS J. BEHRENDT) und Freddy Schenk (DIETMAR BÄR) zählen bei mir mit zu den absoluten Favoriten. Und zwar von Anfang an, seit dem 5. Oktober 1997 („Willkommen in Köln“). Und: Für mich gehört ihr 58. Fall, Titel: „Franziska“, gesendet am 5. Januar 2014, allerdings aus Jugendschutzgründen erst ab 22 Uhr, zu den besten Krimis der Reihe überhaupt. (Schade, dass nicht mehr ARD-„Tatort“-Filme „später“ anfangen –  müssen). Der heutige „Tatort“-Fall, Nummer 1044, war zugleich ihre 71. Zusammenarbeit. Mit Uwe Erichsen und Wolfgang Wysocki als Drehbuch-Autoren sowie Kaspar Heidelbach, Jahrgang 1954, der damals, vor 20 Jahren, beim ersten Ballauf- & Schenk-Auftritt, auch schon der Regisseur war. Und sich heuer als schwacher Spielleiter erweist.

Sie vermuffen den Jubiläums-Film. Setzen ihn altbacken an, „wie damals“, zunächst mit vermeintlich hartem Klischee-Sex nach Klein-Fritzchen-Art, mit entsprechenden „Fifty Shades“-Handwerks-Utensilien (und „intimem“ Pfui-Deibel-Handschellen-Charme); es geht aber vor allem natürlich – um gierigen Kapitalismus. Geld. Gewinn. Macht. Oder Pleite. Alles wie immer. Um üble Geschäfte in Katar, FIFA-Personal taucht auch einmal kurz auf, AHA, und einem psychisch labilen Doch-Nicht-Bösewicht (ordentlich fiebrig als Outlaw: HANNO KOFFLER). Und dem üblichen Verfahren: es waren mal wieder die widerlichen Nadelstreifen-Business-Fuzzis. Diese ewige Saubande. Sowie: Und ewig winken auch die berechnenden Weiber. Nee aber auch.

Dieser „Tatort“ versendete sich simpel. War überaus harmlos. Ohne Ironie, ohne hübsche Pointen, ohne starke Figuren. Sind Ballauf & Schenk etwa auch „Tatort“-Auslaufmodelle? Nur die flotte Musik von Urgestein KLAUS DOLDINGER sorgte für Schwung. Während sich der „Assi“-hier, Tobias (PATRICK ABOZEN), nur noch zum „Jawoll-Sager“ und bemühten Stichwortgeber lau abnutzte. Dafür ging es am Schluss endlich aber mal wieder an die Würstchenbude. Wenigstens etwas. Wo uns die Lösung (hä?) nochmal schnell erklärt wurde.

Bitte: Von Ballauf & Schenk aus WDR-Köln erwartet man bei einem „Tatort“ nicht solch einen Niveau-armen, altbackenen 08/15-Krimi-Schmarren (= 2 PÖNIs).