SOMMERFEST

„SOMMERFEST“ von Sönke Wortmann (B + R; nach dem gleichn. Roman von Frank Goosen/2010; D 2016; K: Michael Wiesweg; M: Martin Todsharow; 92 Minuten); schon wieder mimt LUCAS GREGOROWICZ, als Stefan Zöllner, solch einen Luschen-Typen wie schon neulich so dämlich „Lommbock“: einen offensichtlich unterdurchschnittlichen Schauspieler, der – noch in Bühnen-Klamotten (wie nicht originell) – aus dem Theater in München abhaut, um schnell mal nach Bochum zu düsen, wo er herkommt und wo gerade sein Vater verstorben ist. Klar doch, hier sind die ehemaligen „gebliebenen“ Typen, die ihn „wegen seinem Abhauen“ gerne hänseln und mit denen er aber in den nächsten Stunden mehr oder weniger gerne abhängt. Dabei nie mal richtig „kontra“ gibt, sondern seinen „Ich denk‘ da nicht so viel darüber nach“-Leicht-Kerl ausstellt. Was ziemlich nervend ist und gen Langeweile tendiert. Viel interessanter sind bei diesem heimatlichen und Versuchs-lakonischen Ruhrpott-Streifen einige Proll-Instanzen am Rande, die für einige Trash-Personal-Laune sorgen.

Diesen mittelmäßigen Heimatfilm rettet schließlich eine spannende, geerdete Frau und frühere Stefan-Freundin: Charlie, gespielt von einer wunderbar resolut-auftrumpfenden ANNA BEDERKE, die ihrem stupiden Ex, diesem Stefan-Nix-Typen, schon mal die erwachsenen Leviten liest. Allein ihre Anwesenheit adelt einen mit viel Lokalkolorit vermischten Bochum-Spielfilm, den Sönke Wortmann (neulich grandios: „Frau Müller muss weg“) mehr wie einen nett-atmosphärischen Unterhaltungs-20.15 Uhr-TV-Gut-Film gemacht hat als wie eine kraftvoll-kitzelnde Ruhrpott-Pointe zum Abschmunzeln. Und mit einem Lucas Gregorowicz, der sich mit dieser Art von weiterem schwächlichem Null-Typen-Getue keinen Rollen-Gefallen tut.

Zweiter Glanzpunkt bei diesem Leicht-Gewicht von regionalem Kintopp: Die 76jährige Omma Änne alias ELFRIEDE FEY kommt so original-„knackig“ ‚rüber wie es der Film nie in Gänze vermag (=  2 1/2 PÖNIs).