SLEEPLESS – EINE TÖDLICHE NACHT

sleeples - eine tödliche NachtSLEEPLESS – EINE TÖDLICHE NACHT“ von Baran Bo Odar (USA 2015; B: Andrea Berloff; nach dem französischen Film „Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ von 2011; K: Mihai Malaimare, Jr.; M: Michael Kamm; 95 Minuten); sein Davor-Spielfilm ist unvergessen: „Who Am I – Kein System ist sicher“ war im Herbst 2014 ein überzeugender deutscher Kino-Hammer (s. Kino-KRITIK). Der erste Amerika-Ausflug des 39jährigen Schweizer Filmemachers BARAN BO ODAR sticht daneben. Weil die Krimi-Story schon zig-Male abgesehen ist und eigentlich, jedenfalls fürs Kino, als „abgelegt“ galt.

Nun also doch wieder: Das auf „heiß“ konstruierte kriminelle Tun im pulsierenden Las Vegas. Wo – jedenfalls hier – wieder einmal jeder und alle korrupt sind und mörderisch auftreten. Wenn also alle nur gierig und gemein sind, warum dann nicht auch die Polizei? Cop Vincent Downs, in Persona von „Oscar“-Preisträger JAMIE FOXX („Ray“), will gemeinsam mit einem Kollegen auch etwas vom großen illegalen Dollar-Kuchen abhaben. Man denkt an „Was Kleines“, Überschaubares, gelangt aber beim Überfall auf das Auto eines Drogenlieferanten in den Besitz von einer riesigen Menge Stoff. Natürlich „reagiert“ die Gegenseite, entführt seinen 17jährigen Sohn, so dass der Bulle nun richtig Scheiße an der Backe hat. Zumal ihn auch eine übel-misstrauische Kollegin von der Inneren Abteilung im Dauer-Auge hat (MICHELLE MONAGHAN) und ein sadistischer Drogenbaron auch seine Wege kreuzt. Eine heiße Nacht?

Na ja. Mehr Abgestandenes aus dem Genre-Kaufladen; mit diesen bekannten Sprüchen, einigen Gewalt-Exzessen, makellos-uninteressanten Figuren von der Klischee-Stange. Mit der üblichen „Architektur“ der Jagd: Treppen, Fahrstühle, dunkle Flure, Küchen, Kellergänge, die viel benutzte Palette des kriminellen Orte-Irrsinns. Diese Action-Show bietet nur ganz bescheidene Spannung, ist im Figuren-Karussell eher grob-motorig, hätte für eine Video-Auswertung völlig gereicht. Erreicht die ungeheure atmosphärische Spannungs-Qualität des französischen Originals – „Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ von Frédéric Jardin aus dem Jahr 2011 (s. Heimkino-KRITIK) – in keinem Moment und Motiv. Obwohl positionell die (Auf-)Lösung alles noch einmal (ver-)dreht. Aber: viel zu spät. Und deshalb ohne Belang. Da ist man längst schon „raus“ aus dem läppischen Krimi-Aufguss.

Fazit: Nix Ami-Neues an der Balla-Balla-Front (= 1 PÖNI).