Serious Moonlight

SERIOUS MOONLIGHT“ von Cheryl Hines (USA 2008; 84 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 25.05.2010).
Die 44jährige Cheryl Hines ist eine amerikanische Schauspielerin, die viel in US-TV-Serien mitwirkte (seit 2000 in „Curb Your Enthusiasm“) und hier ihr Langfilm-Regie-Debüt vorzeigt. Nach einem Drehbuch der Schauspielerin, Regisseurin und eben auch Drehbuch-Autorin ADRIENNE SHELLY (1966 – 2006), die am 1. November 2006 in ihrem New Yorker Appartment ermordet wurde. Ihre letzte Arbeit war dieses „komische“ Drehbuch. Thema: Eine „merkwürdige“ Beziehungskomödie.

Louise ist eine Power-Anwältin. Immer am Handy, immer „busy“, immer aktiv. Als die Mittelvierzigjährige für einen Überraschungskurzurlaub in ihrem Landhaus eintrifft, ist Gatte Ian gerade dabei, „seinen Abschied“ schriftlich zu formulieren. Nach 13 Jahren ist für ihn Ehe-Schluß. Wegen Sara, einer jüngeren Blonden. Louise ist nicht nur überrascht, sondern auch stinkesauer. Will die Trennung weder zulassen noch akzeptieren. Bindet kurzerhand den störrischen Ian mit Klebeband ans Klo und will ihn solange dort schmoren lassen, bis er sie wieder liebt. Ach-her-jeh. ER ist natürlich perplex, wütend, fassungslos. Bittet, bettelt, schreit bzw. umgekehrt. Als sie kurz einkaufen fährt, taucht Todd auf. Offensichtlich der Gärtner. Mit viel krimineller Energie. Will „die Situation“ ausnutzen (schließlich findet man einen gefesselten Hausherrn im Bad nicht alle Tage vor) und Hochwertiges klauen. Als Louise zurückkehrt, wird sie im Bad zu Ian dazugesperrt. Noch mehr ach-herr-jeh. Und als auch noch die flotte junge Geliebte von Ian auftaucht, ist das Trio im Badezimmer komplett. Nun können sie sich erst einmal „richtig austauschen“. Ein Film wie ein Bühnenstück. Mit überschaubarem Personal, überschaubarer Szenerie, mit kammerspielartigen Handlungs- und Emotions-Motiven. Man duelliert sich verbal, aber auch schon mal „so“ ziemlich heftig, wobei ER dabei ganz schön was „abkriegt“. Also richtig so…, in die Gusche. Und so. Schließlich….,und dann kommt der Pointen-Hammer…..

Ein Film für FRAU. „Mann“ kommt nicht so ganz gut weg. Jedenfalls die meiste Zeit. UND: Eine Art „Ratgeber-Movie“ für Frauen, deren Männer (z.B. wg, einer Jüngeren) abhauen wollen. Hier gibt´s „feines Ideen-Material“….. Ein Spaß mit Tiefgang. Und Slapstick-Charme, etwa „wenn die Furien“ buchstäblich aufeinanderprallen. Oder wenn ER sich artikulieren soll, sich bekennen soll und viel „heiße Luft“ alibihaft abläßt. Und DAS schließlich auch erkennen muß. Eine Komödie, die sich in der Hauptsache in einem (geräumigen) Badezimmer abspielt, das ist auch nicht so oft angesagt. Umso mehr müssen dann „die Parteien“ prima-crazy mitmischen.

Und das tun sie hervorragend: Die (zur Drehzeit) 46jährige MEG RYAN („Harry und Sally“/1989; „Schlaflos in Seattle“/(1993), die lange keinen Hit mehr vorzuweisen hatte und deren letzte Filme bei uns allesamt im DVD-Markt untertauchten („The Deal – Eine Hand wäscht die andere“; „Lauschangriff – My Mom´s New Boyfriend“), lebt hier wieder feurig auf. Als temperamentvolle Selbst-ist-die Frau-Heldin, mit viel psychologischer Eigendynamik und furioser Lust. Die es verräterisch findet, wenn „der Alte“ jetzt sich aus dem Staub machen will und „dementsprechend“ handelt. MEG RYAN ist endlich einmal wieder überzeugend, in ihrem Wut-Witz und in ihrer attraktiven Körperlichkeit. Der inzwischen auch immer noch irgendwie „jugendlich“ aussehende 47jährige TIMOTHY HUTTON (von „Das Schlitzohr“/1985; „Tödliche Fragen“ von Sidney Lumet/1990 bis „Land des Sonnenscheins – Sunshine State“ von John Sayles/2002) muß hier mit „angebundenem Charme“ sich ganz schön körpersprachlich „begrenzt“ abstrampeln, um das Unterhaltungsfeuer in akustischer wie gedanklicher Bewegung zu halten; und dies gelingt ihm schwarz-witzig durchaus vorzüglich. KRISTEN BELL („Nie wieder Sex mit der Ex“) ist die junge Blonde, die gar nicht so „08/15“ ist wie sie ausschaut, und JUSTIN LONG (der Partner von Bruce Willis in „Stirb langsam 4.0“) darf als ausgebuffter Einbrecher den „Rächer der Gedemütigten“ herb auskosten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…..

Schade, daß im „normalen“ Bonusmaterial das „Making of“ NICHT deutsch-untertitelt wurde, ansonsten aber bietet dieser außergewöhnliche Unterhaltungsstreich so einiges ulkiges, schräges, doppelbödiges Anschauungsmaterial in dem globalen wie bösartigen Loriot-Beziehungs-Schmunzel-Kosmos: Männer und Frauen…., na Sie wissen schon.
Anbieter: „HMH Home Entertainment“.