Run All Night Kritik

RUN ALL NIGHT“ von Jaume Collet-Serra (USA 2013; B: Brad Ingelsby; K: Martin Ruhe; M: Junkie KL; 114 Minuten; Start D: 16.04.2015); ich freue mich, dass ER so „dick“ im Geschäft ist. Weil ich ihn mag: LIAM NEESON, unvergessen seit „Schindlers Liste“ (1993), ein hochgewachsener Typ, inzwischen gesunde 62 und seit 2008 vorrangig im Action-Business tätig. Mit zum Beispiel den drei „96 Hours“-Rache-Amokläufen, aber im Vorjahr auch mit dem gewaltigen Spannungsstreifen „Non-Stop“ (auch von Jaume Collet-Serra inszeniert) und dem Thriller-Drama „Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones“ (s. Kino-KRITIK; jetzt gerade fürs Heim-Kino herausgekommen).

Hier nun ballert er routiniert weiter. Als Jimmy Conlon. Einst als professioneller Killer mit dem Spitznamen „Der Totengräber“ für die Mafia erfolgreich unterwegs, jetzt nur noch als alternder Säufer in New York abkippend. Von seinem erwachsenen Sohn Mike (JOEL KINNAMAN) hat sich Jimmy längst entfremdet. Doch als dieser in tödliche Gefahr gerät, hilft er ihm. Erschießt „notgedrungen“ Danny, den Sohn des Paten Shawn Maguire (ED HARRIS), mit dem Jimmy seit langem eine enge Freundschaft verbindet. Doch nun will DER Rache. Für seinen getöteten Sohn. Setzt nicht nur seine Häscher, sondern auch korrupte Polizisten auf Old-Jimmy an. Darunter Detective Harding (einer meiner TV-Lieblingsserien-Darsteller: VINCENT D’ONOFRIO/“Criminal Intent“), der seit Jahrzehnten einen „besonderen Rochus“ auf Jimmy hat. Und ihn endlich dingfest sehen möchte. Die Balgereien und Schießereien können starten.

Nichts Neues an der Baller-Front. Hier „der nette Böse“, der Killer im eigentlichen Ruhestand, der noch einmal in den Action-Ring steigt, um sich aus „ehrenwerten“, also familiären Motiven zu wehren; dort die „üblen Bösen“, die ihn und seiner Familie ausschalten wollen. Liam Neeson fungiert einmal mehr als melancholischer wie gebrochener Held, der sich mürrisch und widerwillig nochmal durch den Unterweltmist durchkämpft. Dies tut er mit dem ihn eigenen Charisma, aber auch DER vermag nichts gegen die bekannte, vorhersehbare, abgedroschene Story auszurichten. Zuhause kucke ich mir „so etwas“ gerne mal „gehirn-amputiert“ spät an, für das große Kino aber ist „Run All Night“ nicht mehr als eine lau aufgewärmte Genre-Suppe (= 2 PÖNIs).