Ragdoll News 1997

Ragdoll – News 1/97

 

Hallo, liebe Ragdoll-Freunde,

heute melde ich mich einmal zu Wort. Mein Name ist “Urmel von Dusches“, aber alle (Katzen-)Welt kennt und nennt mich nur FRIDOLIN. So jedenfalls hat mich mein Mensch getauft, als er mich vor über 3 Jahren bei der hiesigen Züchterin Bettina Rohde abholte. Lange Zeit waren wir beide, mein Mensch und ich, in der schönen, großen Terrassenwohnung unter dem Dach alleine und glücklich. Ich wurde verwöhnt und entwickelte mich zu einem prächtigen, großen und – wie ich glaube – auch schönen Ragdoll-Kater. Bis zur Kastration habe ich alles in mich reingestopft, was es überhaupt “zu erwischen“ gab, danach legte und lege ich nur noch “auf ganz spezielles“ Katzen-Futter wert. Meistens auf das trockene, und ab und an auch schon mal auf bestimmtes Dosenfutter (das ich natürlich hier nicht nenne, um keine Schleichwerbung zu machen).

Kurzum: Mein Mensch begriff sehr schnell, was ich futtermäßig und auch sonst “pflegemäßig“ gerne mag und ließ es mir gutgehen. Allerdings: Nach etwa 2 Jahren hatte ich, na ja, ein wenig Übergewicht und war auch, zugegebenermaßen, ein bisschen träge und faul geworden. Aber das ist nun mal meine Mentalität: Ich benutze mehr meinen Verstand als meine Pfoten. Denke erst, bevor ich mich bewege, muss nicht gleich hinter jeder Fellmaus herspringen, lass es gemütlich angehen. Ich bin halt ein Genießer und lass es gerne ziemlich ruhig und gemächlich angehen. Meine Mutter, so jedenfalls hörte ich die Züchterin sagen, die manchmal zu Besuch kommt, meine Mutter war genauso, und ich bin eben mit genau solchem “intelligentem Temperament“ ausgestattet. Was aber macht mein Mensch nach ungefähr zwei Lebensjahren und trotz unseres wunderbaren Zusammenlebens und Verständnisses?: Er holt die, zugegebenermaßen, hübsche kleine “Jessy von Dusches“ ins Haus, die fortan hier als SARA mit uns zusammenlebt. Und weil eben diese kleine, freche Sara in den letzten beiden Ragdoll-News so vom katzenmäßigen Leder gezogen hat und von mir als “faulem, sattem, fettem“ und früher “apathischem, langsamem, trägen“ Kater berichtete, will ich heute einmal die Gelegenheit benutzen, um einige Dinge klarzustellen und aus meiner Sicht zu beschreiben.

Ja, ich gebe zu: Ich habe es mir lange Zeit sehr gut gehen lassen. Bewegung war nur angesagt, wenn es denn sein musste, ansonsten liebte und liebe ich eben das ausdauernde Dösen, Schauen und Putzen. Warum aber in aller Welt soll ich mich denn auch übermäßig anstrengen und austoben?: Hier wird doch alles geboten und “serviert“, was das Katzenherz begehrt. Futter reichlich und vom Feinsten, überall ausreichende Kratz(baum)möglichkeiten, und wenn es denn sein muss, dann kann ich auch schon mal kräftig durch die Gegend traben, wenn nicht flitzen. Am liebsten macht mir dabei das Einkriege-spielen Spaß: Mein Mensch tut so, als sähe er mich im Korridor nicht, ich springe ihn an und rase dann “ganz aufgeregt“ davon und er begeistert hinterher. Das ist ulkig, besonders auch, weil dabei mein Mensch ziemlich außer Puste gerät. So erfülle ich gleichzeitig auch eine pädagogische Aufgabe, indem ich dafür Sorge, dass auch mein Mensch mal so richtig in Fahrt kommt. Denn sonst sitzt er oft an der Schreibmaschine oder am Computer, und das wiederum nervt mich dann ungemein. Wieso muss er dort andauernd “herumhauen“, wo es doch viel angenehmere Möglichkeiten der Beschäftigung gibt? Wenn ich dann störend mauze, schimpft er oft, nennt mich (ich hoffe scherzhaft) einen “Terrorkater“ und meint, dass er unter anderem deshalb an diesen Maschinen so oft lautstark herum tönt, damit er mein bzw. jetzt unser Futter bezahlen kann. Das begreife ich zwar nicht ganz, aber na gut: Der Klügere gibt halt nach, und das bin natürlich ich. Aber wie gesagt: Ich bin eben keiner dieser wilden, sich unkontrolliert aufführenden 08/15-Kater, ich benutze gerne und oft zuallererst meinen Verstand. Und der sagt mir: Genieße dein Katzenleben und bewege dich nur, wenn es denn unbedingt sein muss.

Seit Sara im Haus ist, geht es sowieso schon viel temperamentvoller zu als vorher, wo es gemütlicher war. Ich musste ihr erst alles zeigen, dann einiges beibringen (z.B., wie man unseren Menschen bei Laune hält und in Sachen Futterzeiten dressiert), und schließlich habe ich es auch gerne übernommen, sie täglich fein und ausgiebig zu putzen. Das hat sie sehr gerne, und dabei schnurrt sie so herrlich ausdauernd laut. Ich für meinen Teil, pflege, schon um Kräfte und Nerven zu sparen, kaum zu schnurren. Warum auch:
Mein Mensch weiß sowieso, wie gerne ich ihn mag, also warum soll ich unnötige Energie vergeuden? Sara hat mich sowieso schon dazu verdonnert, jeden Abend am Bettrand mitzutreteln, und das strengt auf die Dauer ganz schön an. Und wenn drum herum alles ganz leise ist, kann man sogar “etwas Schnurren“ von mir hören. Zudem muss ich natürlich jetzt viel öfters “ran“, um durch die Wohnung und auf die Terrasse zu toben und zurück: Dabei kann ich “die Kleene“ doch nicht alleine lassen, außerdem macht es ihr doch so viel Spaß. Doch wenn ich genug habe, genügen ein scharfer Blick und ein kurzer Biss, dann ist wieder Ruhe im Haus. Schließlich: Ich bin der Chef hier und bestimme, wo und wie und vor allem wie lange „es langgeht“.

Was ich nicht begreife, ist, dass Sara ganz offensichtlich überhaupt keine Probleme mit “Wasser“ hat. Ich brauche nur den Wasserhahn aus der Ferne zu sehen, dann mache ich eine Fliege. Während Sara ausgiebig mit Wasser und dem Wasserstrahl herumzuspielen vermag. Auch ist sie nicht so zimperlich, wenn es darum geht, uns ab und an zu kämmen. Wenn ich diesen blöden Kamm nur sehe, bekomme ich das kalte Grausen. Bloß weg, denke ich, aber dann ist auch Marianne, die Hausfreundin, da und lässt mich nicht los. Warum muss ein so schöner Kater wie ich bloß andauernd gekämmt werden? Es ginge doch bestimmt “auch so“, oder? In solchen Momenten könnte ich die Menschen richtig auffressen. Bin halt ein sensibles, gefühlvolles Kerlchen, bin eben nicht “wie jeder Kater“, bin Fridolin, der Besondere. Wenn ich das mal in aller Bescheidenheit sagen darf.

Und was ich auch nicht mag, ist, wenn mein Mensch so ein großes quadratisches Ding namens “Koffer“ packt. Dann wird mir immer ganz anders und ich muss mich übergeben. Signalisiert doch dieses Kofferpacken, dass er mich und uns für eine Weile verlassen wird. Und das mag ich überhaupt nicht. Natürlich, irgendwann taucht er dann fröhlich wieder auf, aber: Warum und: Was ist mit uns in der Zwischenzeit? Sara ist das egal, denn sie freut sich, dass sie in der Wohnung weiterhin bleiben darf, nicht woanders, gar in eine Tierpension, abgegeben wird, weiterhin regelmäßig Futter und Streicheleinheiten vom Vater unseres Menschen bekommt. Mir aber ist dabei nicht so wohl, und ich freue mich, wenn unser Mensch wieder “da“ ist. Wir sind halt eine Familie, und dazu gehört natürlich auch er. Und so eine Familie verlässt man nicht, oder? Doch das haben wir ihm leider noch nicht abgewöhnen können, aber wie heißt es doch so schön, “wir arbeiten daran“.
Will sagen: Wir bemühen uns, meistens ganz, ganz lieb zu sein, so dass er keine Veranlassung hat, uns, und sei es auch nur für eine kurze Weile, verlassen zu müssen.

So, nun reicht es aber. So ein langer Bericht kostet ganz schön Kraft, Nerven und Zeit. Und eigentlich sollte ich schon längst wieder auf meinem angestammten Platz im Körbchen am Bett oder am Ende der Bettdecke liegen und fein herumdösen. Aber schließlich musste ich ja endlich einmal einiges richtigstellen, nachdem Sara mich neulich an gleicher Stelle ziemlich “herunter- geputzt“ hat. Aber: Sie ist ja noch so jung, muss noch viel lernen, um eine ebensolche “gemütliche“ und kluge Katze zu werden wie ich. Übrigens: Ihre Rolligkeit ist auch nach 11 Monaten immer noch nicht eingetreten, so dass sie, wie ich früher vor meiner Kastration, täglich eine riesige Futtermenge jeglicher Art (Margarine, Wurst, sogar Speiseeis, aber auch Vitaminpaste und Cat-Snacks zwischendurch und dann “das ganz normale Zeugs“ wie Trockenfutter und Normalfutter) verspeist. Ihr solltet sie mal inzwischen sehen? ‘Meine Kugel“ nenne ich sie ab und zu spöttisch, dann ist sie ganz beleidigt. Aber dann nehme ich sie einfach in meine Pfoten, drücke und putze sie, und dann ist wieder Frieden. Essen ist eben für uns eine der Hauptsachen, und wer gut isst, ist auch gesund. Habe ich nicht recht???

Anbei wieder einige Fotos von uns und auch von mir “als Chef“. Ich wünsche allen RAGDOLL-Freunden einen angemessenen Rutsch in ein hoffentlich für uns alle gesundes Neues Jahr.
In diesem Sinne: Alles Liebe FRIDOLIN


URMEL VON DUSCHES
BLUE-BICOLOUR


JESSY VON DUSCHES
SEAL-BICOLOUR

Züchter:
Bettina Rohde, Berlin
Besitzer:
Hans-Ulrich Pönack, Berlin

“Guck nich so langsam Du Faulpelz, mir nach – und Du bist der Meinung, dass Du es schafft???

JESSY VON DUSCHES seal-bi-colour + URMEL von DUSCHES blue-bi-colour