Prisoners Kinokritik

Die neueste Art, feinen Horror im Kino zu veranstalten, wird nicht mehr über das Schlachtemesser oder die dämonische Maske erreicht, sondern… über den Kopf. Wir sehen “Horror“ nicht mehr direkt, glauben es aber. Bestes Beispiel dafür: “Das Schweigen der Lämmer“, wo sich sehr viel mehr im Kopf als tatsächlich auf der Leinwand abspielt.

Der nicht minder abgründige Hollywood-Thriller „PRISONERS“ von Sam Irvin (USA 1991; 95 Minuten; Start D: 01.08.1991); veranstaltet eine ebensolche dunkle Schock-Psychologie. Thema: Ein Schlachter Meister hält im Keller seines Hauses entlassene Häftlinge gefangen, um sie auf den selbstgebauten Elektrischen Stuhl zu bringen. Was die Justiz nicht vermochte, will er nachholen. Als er auf den Politiker Stanford trifft, begegnet er einem Mann, der ein übles Spiel treibt und Täter wie Opfer in einer Person ist. Eine junge Wahlhelferin kommt hinter das Geschehen und versucht zu retten, was noch zu retten ist.

“Prisoners“ ist ein sarkastisches Horrorwerk, das vor allem durch die glänzende Schizophrenie-Darstellung eines ROD STEIGER wirkt. Er spielt seinen besessenen Unhold mit so viel Charme und Gemeinheit, dass man gerne die Unlogik übersieht. “Prisoners“, mit Lauren Hutton, Isaac Hayes und Zelda Rubinstein in weiteren Rollen, ist spannend und mehr noch…sehr schwarzhumorig (= 3 PÖNIs).