Prestige Kritik

PRESTIGE – Die Meister der Magie“ von Christopher Nolan (B+R; USA/GB 2006; 130 Minuten; Start D: 04.01.2007); einem der derzeit spannendsten/innovativsten Filmemacher überhaupt. Nach „Following“, dem No-Budget-Noir-Debüt, „Memento“, dem „rückwärts“ erzählten Thriller, „Insomnia – Schlaflos“ (mit Al Pacino, Hilary Swank + Robin Williams) sowie neulich dem düsteren „Batman Begins“ (mit Christian Bale) nun also wieder so ein intelligentes, raffiniertes Zauberstück „guten Kinos“. Gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan schrieb er das Drehbuch, das auf dem gleichnamigen Roman von Christopher Priest basiert. Dabei im Blick- und Mittelpunkt: Zwei begnadete Illusionisten/“Popstars“ ihrer Zeit/Epoche, die sich – an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert – in London heftigst bekriegen.

Einst konnten sie „gut miteinander“, doch dann, nach einem fürchterlichen/tödlichen Schicksalsschlag, wurden sie erbitterte Gegner. In verschachtelten Rückblenden erzählt Nolan von diesem „ewigen Zweikampf“, mit dem dann auch die Kreativität der Beiden ständig gefordert wie angestachelt und „entwickelt“ wird. So dass dann auch, als reale historische Figur, sogar Nikola Tesla (DAVID BOWIE) bemüht wird, der radikale Erfinder, Ingenieur und Wissenschaftler. Der serbische US-Immigrant (1856-1943) war so etwas wie ein „da Vinci der Moderne“, träumte/experimentierte von Robotern, Computern, Mikrowellenöfen, Radar- und Faxmaschinen, lange, bevor sich irgendjemand überhaupt solche „magischen Technologien“ vorstellen konnte. Entdeckte das rotierende magnetische Feld, das zur Basis für alle mit Wechselstrom betriebenen Maschinen wurde. Demzufolge soll/will er hier „nützlich“ sein und sorgt für spannend-exzentrische „Energiezufuhr“.

Die Folge: Ein Feuerwerk an Offenbarungen, Wendungen, verblüffenden Einfällen, Tricks, peppigen Show-Gigs. Gewürzt/gemixt mit vielen opulenten wie rätselhaften Fallen. Und immer mittendrin und „feste drauf“ im artistischen Klassenkampf: Der Proletarier-Aufsteiger Alfred Borden (CHRISTIAN BALE/“American Psycho“) und der aristokratisch-arrogante Robert Angier (HUGH JACKMAN/“X-Men“; „Scoop“), während drumherum so prominente Stichwortgeber wie „Oscar“-Preisträger Sir MICHAEL CAINE („Gottes Werk und Teufels Beitrag“) als Tüftler im Hintergrund sowie SCARLETT JOHANSSON („Scoop“; „Lost In Translation“) als erotische Muse souverän-süffisant mitmischen. Faszinierend, atmosphärisch, originell: Der kitzlig-prickelnde Konkurrenzkampf zweier „Zauberer“ als cineastisches Spiegelkabinett, einfach grandios wie wunderbar-schwindlig-spannend-unterhaltsam. Eine exzellente Show(= 4 PÖNIs)!