NUR GOTT KANN MICH RICHTEN

„NUR GOTT KANN MICH RICHTEN“ von Özgür Yildirim (B + R; D 2016; Co-Produzent: Moritz Bleibtreu; K: Matthias Bollinger; M: Peter Hinderthür; 100 Minuten); der deutsch-türkische Filmemacher ÖZGÜR YILDIRIM, geboren am 12. September 1979 in Hamburg, ist für harte Spielfilm-Kost bekannt: vor 10 Jahren debütierte er mit „Chiko“ (s. Kino-KRITIK), einem harten Milieu-Thriller, mit Moritz Bleibtreu als Hamburger Kiez-Größe. 2011 folgte die Rapper-Komödie „Blutzbrüdaz“ (mit Sido und B-Tight); 2015 kam von ihm der Action-Thriller „Boy 7“ (mit David Kross) in die Kinos. Mit seinem aktuellen Radau-Kino lässt der 38jährige Autoren-Regisseur ein sieden-heißes B-Movie abdampfen. Diesmal im Untergrund von  Frankfurt am Main angesiedelt. Wo Ricky (MORITZ BLEIBTREU) nach fünfjähriger Haft aus dem Knast kommt und auf der Suche nach Startkapital für ein neues, nun aber friedliches Leben ist, mit einer eigenen Bar im warmen Süden. Natürlich lässt er sich vom Milieu-Kumpel Latif (KIDA KHODR RAMADAN) zu einem vergleichsweise harmlosen wie sicheren Überfall-Ding überreden. Holt seinen Bruder, der sich eigentlich von Ricky fernhalten will, noch mit ins Team-Boot. Klar doch, alles läuft schief, und nun sind nicht nur Unterwelt-Albaner hinter ihnen her, sondern auch die Polizistin Diana (BIRGIT MINICHMAYR) taucht auf, gerät mit ins Räuber-jagen-Räuber-Spiel, weil sie die 2,5 Kilogramm Heroin plötzlich besitzt, um die es allen geht. Und da ihre Tochter gerade eine teure Herz-OP benötigt, welch ein Zufall, beabsichtigt sie, „den Stoff“ zu entsprechendem Money zu machen. Und läuft nun etwas unbedarft-naiv (als erfahrene Polizistin) in der einschlägigen Scene herum, um die Drogen zu Geld zu machen. Was die Gangster aufscheucht. Sonst noch: Private Eskapaden der Beteiligten, die sich „schlimm“ entwickeln.

Hau-Drauf-Rotz-B-Kintopp. Mit Knall und Fall, mit Hektik und Oberkante-Unlogik, mit Schmutz-Charme und all diesen feinen Drecksutensilien, die dazugehören: Schummrige Lokalitäten, Strip-Buden mit Stangen, echt fies aussehende und auftretende „Klopper“, ein demenzkranker Ricky-Papa (PETER SIMONISCHEK), trostlose Hinterhöfe, graue Sozialbehausungen. Mittendrin: der stets paffende, hektische Kriminelle Ricky-Moritz Bleibtreu, dem es sichtlich Vergnügen bereitet, sich hier einzumischen und gangsterhaft-rüde herum-zu-kaspern. Dazu: Obligatorisch-knalliger Ballerei-Charme.

Ein wüstes deutsches B-Ding, bei dem – wenn „Kopf“ wegkippt – durchaus sich ein Spaß durchwühlt. Den auszuhalten, mit entsprechenden Begleitgetränken, ganz schön Unterhaltungs-wild sein kann. Was für die späte Vorstellung (= 3 PÖNIs).