Non-Stop Kritik

NON-STOP“ von Jaume Collet-Serra (USA 2012/2013; B: John W. Richardson, Chris Roach, Ryan Engle; K: Flavio Martinez Labiano; M: John Ottman; 106 Minuten; Start D: 13.03.2014); ihre erste gemeinsame Leinwandshow haben sie mit “Unknown Identity” 2011 ziemlich in den blöden Berlin-Sand gesetzt (s. Kino-KRITIK), nun aber haben sich der katalanische Regisseur Jaume Collet-Serra (“House of Wax”), der demnächst, am 23. März 2014, 40 wird, und der irischstämmige Star LIAM NEESON (2 x „96 Hours“) besser zusammengefunden. In und mit einem Thriller, der SPANNUNG „ganz heiß“ klasse serviert.

Der Typ ist weder taufrisch noch überhaupt fit. Bill Marks ist Marshall. Hoch oben. Im Flugzeug. Ein altgedienter und ziemlich ramponierter U.S. Federal Air Marshal. Von wegen Alkohol. Er hat dafür zu sorgen, dass während eines „größeren“ Fluges nichts passiert. Wir ahnen, natürlich, das Gegenteil wird hier zum Fall. Er befindet sich mal wieder auf einem Transatlantik-Flug, als sich ein Krimineller in den gesicherten Chat des Wachpersonals hackt und per SMS damit droht, alle 20 Minuten einen Passagier an Bord zu töten. Wenn nicht 150 Millionen Dollar schnell auf ein bestimmtes Konto überwiesen wird. Bill Marks (LIAM NEESON) ist natürlich aufgebracht. Bemüht sich fieberhaft, den Absender an Bord auszumachen. Ist entsetzt, als tatsächlich nach der ersten Fristzeit ein Mensch stirbt. Und auch der Kontakt „nach Unten“, zu seinen Leuten, läuft keineswegs zufriedenstellend. Weil sich herausstellt, dass besagtes Konto, auf das die Summe überwiesen werden soll, auf SEINEN Namen läuft. Zudem zeigen sich immer mehr „Ungereimtheiten“. Über ihn. Und seine verdächtigen „Handhabungen“.

Nun wachen auch die Reisenden immer mehr auf. Werden erst ungehalten, dann stinkig und schließlich rebellisch. Der Stress für Bill Marks wird enorm. Ebenso wie die Verdachtsmomente gegen ihn sich steigern. Erhärten. Hängt er tatsächlich „da“ „mit drin“? Oder ist dieser Alptraum für, also gegen ihn bewusst „inszeniert“ worden? Verdächtige um ihn herum haben sich inzwischen genug versammelt. Einschließlich seiner sich reichlich „neurotisch“ gebenden Sitznachbarin Jen (JULIANNE MOORE). Aus ganz „normalen“ Menschen werden plötzlich Hyänen. Als sie immer mehr erfahren, was los ist und immer mehr Leute sterben, beginnen sie panisch zu reagieren. Allerdings ist Bill Marks zwar angeknockt, aber keineswegs ein Schwächling. Sein Denk- und Handlungsvermögen funktioniert trotz dieser enormen Anspannung noch einwandfrei. Und er nimmt den Kampf an. Mit vollem Körpereinsatz. Allerdings – verdammt nochmal, womöglich steckt er doch mehr „drin“ in diesem „pointierten“ kriminellen Puzzle, als es den Anschein hat? Es ist zum Ausrasten: Wer ist hier WER wirklich??? Und will viele Kohle abzocken???

Ein raffinierter, hochkarätiger Suspense-Streich. Mit Hitchcock-Appeal. Dem nie die faszinierende Spannungsluft ausgeht, sondern der sich ständig aufreizend zu steigern weiß. Nach „Flightplan – Ohne jede Spur“ (mit Jodie Foster) ist er ein weiterer KLASSE atmosphärischer Flugzeug-Thriller. DER in Sachen Tempo, Action, Spannungsspaß RICHTIG ZU KNALLEN WEISS. Mit einem grimmigen, gebeutelten LIAM „Bill Marks“ NEESON, der sich einmal mehr als charakterstarke Genre-Figur zeigt. Ein Unterhaltungskerl, der in seiner lakonischen Wutpräsenz furios-prima duftet (= 4 PÖNIs).