MOTHER!

„MOTHER!“ von Darren Aronofsky (B + Co-Produzent + R; USA 2016; K: Matthew Libatique; M: Jóhann Jóhannsson; 122 Minuten); Francois Truffaut hat einmal sinngemäß gesagt: Filme machen bedeutet, schöne Dinge mit schönen Frauen anzustellen; auf diesen neuen Film des 48jährigen New Yorkers Filmemachers Darren Aronofsky bezogen, darf man sagen: Filmen bedeutet, schlimme Dinge mit einer schönen Frau anzustellen. Diese heißt JENNIFER LAWRENCE, ist „Oscar“-Preisträgerin („Silver Linings“/2013), gilt als derzeit best bezahlter weiblicher Hollywood-Star und spielt hier „Ehefrau des Dichters“. Diesen mimt der spanische „Oscar“-Star JAVIER BARDEM („No Country for Old Men“). Gemeinsam hat man ein im viktorianischen Stil gebautes abgelegenes Landhaus bezogen, wo er seine momentane Schreibblockade zu überwinden versucht und sie, seine Muse, ihm „das Heim“ schönstmöglichst herzurichten beabsichtigt. Deshalb für alle Arbeiten im Haus zuständig ist, während er, das Genie, sich gerne bedienen lässt. Die wackelnde Kamera saugt sich dabei an IHR geradezu hoch und satt, was mehr und mehr nicht nur aufdringlich, sondern auch unappetitlich bis total langweilig wirkt. Weil Aronofsky sie nur ständig „staunen“ lässt. Permanent: Was ist denn hier los? Womit habe ich es denn jetzt zu tun? Was geht hier vor? Fragen stellen aber tut sie nicht, sondern erduldet schweigend – häh – diese baffe Situationen. Denn er lädt schon mal fremde, unangenehme „Fans“ ein, die plötzlich vor der Haustür auftauchen und die die Ehefrau eher herablassend behandeln (immerhin: ED HARRIS; MICHELLE PFEIFFER); deren zerstrittenen Söhne sich dann auch Eintritt verschaffen und sich sofort duellieren wie die Kesselflicker und mörderisch a la Kain und Abel. Apropos: Diese Vermutung stinkt schon eine ganze Weile durch die bigotte Szenerie: Befinden wir uns hier in einer Atmo-Art von überdrehtem Bibel-Horror? Mit versoffenem Personal wie Adam & Eva (Harris & Pfeiffer) und vielen weiteren klerikalen Abkömmlingen? Jedenfalls „bluten“ dann Fußböden, merkwürdige Geräusche dringen durch das Gemäuer, alles aus ihrer Sicht und ihrem Gehörgang geschildert, und zu denen sie das dementsprechende immer-gleiche Erstaunt-Sein-Gesicht macht und weiterhin kaum Fragen stellt. Sich sozusagen „treiben“ lässt. Zu so etwas sagt man dann wohl Psycho-Macke, weil genau dieser Seelen-Krimskrams ebenso sinnfrei wie absolut spannungslos abläuft. Dann tauchen Viele (Besucher) auf und toben sich im Haus schreiend und zerstörerisch aus, währenddessen sie ein Kind kriegt. Und ihr Gatte? Der feiert erst zünftig mit (seinen „Fans“), um sich dann doch noch um seine leidende Angeheiratete zu kümmern. Schließlich, die alte Leier: Und es werde Feuer! Amen.

Darren Aronofsky hat doch immerhin mal überragende Filme wie „The Wrestler“ (2008/“Oscar“-Nominierung für Mickey Rourke) und „Black Swann (2010/“Oscar“ für Natalie Portman) gedreht, soff dann im wahrsten Sinne mit Bibel-Typ „Noah“ 2014 ab (s. KRITIK) und dröhnt jetzt mit dieser überkandidelten, bekloppten Hokuspokus-Arie belanglos-aufdringlich herum. Die soeben beim Venedig-Festival im Wettbewerb lief und kräftig wie zu Recht ausgebuht wurde. Man denkt manchmal an den Polanski-Klassiker „Rosemaries Baby“ und schämt sich sogleich fremd dafür; für diese scheiß-dämliche Konstruktion von einem Schrott-Horror-Film-Stück (voll ärgerlich: 0 PÖNIs).