MEINE SCHÖNE INNERE SONNE

„MEINE SCHÖNE INNERE SONNE“ von Claire Denis (B + R; Fr 2017; frei nach einem Text von Roland Barthes: „Fragmente einer Sprache der Liebe“/1984; K: Agnés Godard; M: Stuart A. Staples; 94 Minuten); alle 11 Minuten findet sich ein passender Partner, verspricht eine hiesige Partnerschaftsvermittlungs-Werbung. Solch einen „Erfolg“ könnte Isabelle (JULIETTE BINOCHE) gut gebrauchen. Die 51jährige Geschiedene, Alleinerziehende (ihre kleine Tochter taucht aber nur einmal kurz auf) und Malerin, die allerdings kaum einmal wirklich malt, fühlt sich leer. Mit und bei ihren Emotionen. Sie lässt sich mit einigen Stinkern von Kerlen ein (mit darunter: ein selbstgefälliger Banker; ein leicht „irritierter“ Schauspieler, ein Seelchen von Künstler, ein bodenständiger Werktätiger), aber nirgendwo d a s Partner-Gefühl. Was soll Ü 50-Frau machen? Anstellen?

Die 69jährige Feministin CLAIRE DENIS – zuletzt mit Les Salauds – Dreckskerle“/2013 in den Kinos – ist sonst radikaler, wenn es um beziehungsreiche Geschlechterthemen geht. In ihrer emotionalen Verzweiflung lässt sie hier die einmal mehr wunderbare wandlungsfähige Ja-Nein-Doch-JULIETTE „Isabelle“ BINOCHE, 53, mal anziehend, mal anstrengend, bei einem Wahrsagen landen (GERARD DEPARDIEU), der allerdings beruflich sehr klare Worte verlauten lässt (Offenheit ist das Beste), aber im Grunde selbst ein Opfer von Liebesbemühungen ist und sich somit als professioneller Lügner erweist.

Ja, ja, Frauen und Männer; Männer und Frauen, was zu erläutern war: passen eigentlich kaum zusammen. Oder? (= 3 PÖNIs).