KEDI – VON KATZEN UND MENSCHEN

„KEDI – VON KATZEN UND MENSCHEN“ von Ceyda Torun (Co-Produzent + R; Türkei/USA 2016; K: Charlie Wuppermann; M: Kira Fontana; 79 Minuten); gestern, am 8. August 2017,  war IHR Tag: der WELTKATZENTAG. Wenn ich jemals vollends Kritik-subjektiv war, so bin ich es – aus voller Überzeugung – hier und jetzt, mit & bei ihnen. Denn ich liebe diese herrlichen glorreichen Geschöpfe und bewundere sie, seit ich Pimpf war. Wenn es galt, am Samstag immer die „feinen Klamotten“ zum Wochenende anzuziehen, waren diese oftmals schnell wieder verdreckt, weil ich sofort wieder mit Katzen unter dem Bett und auf dem verdreckten Boden beim Nachbarn lag. Seit ich empfinden kann, mag ich sie. Finde bzw. empfinde sie ganz und gar toll. Im Sinne von: ich bin ihnen verfallen. Diesen Samtpfoten mit den geheimnisvollsten der geheimnisvollen Lebewesen-Blicke überhaupt.

Dieser Dokumentarfilm ist – in erster Linie – ein KATZEN-MOVIE, und deshalb ist er (von vorne herein) gut. Obwohl Einwände zuhauf eigentlich anzubringen wären. Eigentlich: Zum Beispiel in Sachen Kastrations-Pflicht, die dafür sorgen würde, dass sich nicht so viele dieser Glückswesen auf den Straßen befinden würden. Oder: Diese zunehmenden baulichen Veränderungen, die Katzen mehr und mehr vertreiben. Werden. Aber dies ist hier nicht das vorgegebene Film-Thema. Vielmehr lautet das Thema: Ihr wunderbaren Katzen von Istanbul. Die dort offensichtlich alle Narrenfreiheiten haben und von sie versorgenden Menschen viel geliebt werden. Zumeist aus der tief-gelegenen Perspektive der Tiere und mit Bild-Unterstützung von Drohnen fingen Kameramann Charlie Wuppermann und die Regisseurin Ceyda Torun über zwei Monate lang diese Asphalt-Überlebenskünstler ein. Darunter die weiß-gelb gescheckte, gelbäugige SARI („Die Gaunerin“); darunter die grau-braun gescheckte, mit smaragdfarbenen Augen versehene BENGÜ („Die Liebhaberin“); darunter die schwarz-weiße, kurzhaarige, grünäugige, mit stechendem Blick und trotzigem Gang „argumentierende“ PSIKOPAT („Die Psychopathin“) oder der grau-weiße, grünäugige, etwas pummelige DUMAN („Der Gentleman“), der in den Eigentümern eines extravaganten Feinschmecker-Restaurants Verbündete gefunden hat.

Ihr Einfach-nur-Da-Sein, ihr individuelles Verhalten, ihre Bedeutung für die kommentierenden Menschen  – Katzen werden in Istanbul ähnlich betrachtet und behandelt wie Kühe in Indien. „In Istanbul ist die Katze mehr als nur eine Katze. Die Katze verkörpert das unbeschreibliche Chaos, die Kultur und die Einzigartigkeit, die Istanbul ausmacht“, heißt es einmal. Sowie: „Man sagt, Katzen wissen, dass wir nicht Gott sind… sie wissen, dass wir nur die Mittelsmänner sind“.

Ceyda Torun im Presseheft: „Die Begegnung mit Katzen ist die einzigartige Möglichkeit des Menschen, mit einem Tier mit Charme, Intellekt und Autarkie zu koexistieren“. Sagte ich es schon, ich liebe Katzen. Und deshalb diesen Film (= 4 PÖNIs).