IM ZWEIFEL GLÜCKLICH

„IM ZWEIFEL GLÜCKLICH“ von Mike White (B + R; USA 2016/2017; K: Xavier Grobet; M: Mark Mothersbaugh; 102 Minuten); ja, das ist doch der geeignete Festival-Film: von wegen Sich-in-Problemen-Suhlen. Jedenfalls lange Zeit. Motto: Seelen-Missstimmung. Bei Brad Sloan (BEN STILLER). Aus Sacramento. Der ist mittleren Alters und ihn peinigt eine ausgesprochene Midlife-Krise. Läuft mit der Trauer-Fresse eines Dauer-Grüblers herum. Verkündet Depri-Sätze wie „Manche Leute haben ganze Imperien, was habe ich?“ Oder: „Das ist nicht das Leben, das ich mir vorgestellt habe“. Oder: „Manchmal kann man im Leben die Orientierung verlieren“. Dabei geht es Brad eigentlich okay. Seine Ehefrau liebt ihn, er hat eine gemeinnützige Arbeit, die ihn erfüllt(e), und sein Sohn ist ein Prima-Bursche geworden, der jetzt vor dem Wechsle zu einem College steht. Trotzdem beneidet Brad seine einstigen Jugendzeit-Kumpels, die es doch alle „viel besser“ gepackt hätten. In angesagten Städten wie Washington oder L.A. leben. Oder im sonnigen Sonstwo. Die sämtlichst geile Karrieren und vor allem viel Geld gemacht haben. Und er? Als er mit seinem Sohn nach Boston fliegt, um in Frage kommende Colleges für Troy (AUSTIN ABRAMS) auszusuchen, ist es für den dunklen Gedanken-Denker auch eine Tour, besser: Tortur in seine lärmenden unzufriedenen Innereien, denen er sich stellen muss.

Etwa eine gute Stunde dauern die Jammereien, die nicht nur seinen Sohn bisweilen schwer auf den Keks gehen, bis es dann an die seelische Grundreinigung geht. BEN STILLER, 50/51 zur Drehzeit, hatte ja vor einiger Zeit schon Midlife-Probleme in Filmen wie „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (s. Kino-KRITIK) und vor allem in „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (s. Kino-KRITIK) zu bewältigen, hier runder er sie sozusagen und thematisch ab. Mit ziemlich selbstgefälligem Burschen-Brad-Charme, der aber – trotz seiner mitunter pointiert-kommentierenden Ansprachen aus dem Off –  ziemlich neutral an Mittelmäßigkeit und bei nur begrenztem Interesse hängen bleibt. Will sagen: das betrübliche Schicksal dieses Neurosen-Brad-Typen geht einem ziemlich am Unterhaltungs-Interesse vorbei. Ob der nun unzufrieden ist, wird oder bleibt oder nicht, ist …ziemlich Kino-egal (= 2 PÖNIs).