HOT DOG

„HOT DOG“ von Torsten Künstler (D 2017; B: Tripper Clancy; Lo Malinke; Co-Produzent: Matthias Schweighöfer; K: Markus Nestroy; M: Martin Todsharow; 105 Minuten); da ist er wieder – der simple deutsche Humor beziehungsweise: die zum „Humor“ erklärte Peinlichkeit und Langeweile. Ich mag schlichte Filme, wenn sie clever veranstaltet und wirklich komisch sind. „Hot Dog“, der Film mit der überdeutlichen Werbebotschaft, „McDonald’s“ bietet diese Nahrung jetzt auch an, ist aber weder clever noch groß-ulkig. Sondern bescheiden-flach in der Unterhaltung und eher Kondom-lustig mit furzigem Geschmack („Ich muss kacken“) und Enddarm-Kuh-griffig-witzig. (Allerdings: diesmal wird wenigstens nicht gekotzt). Im Übrigen der Titel: Eine Codewort-Verabredung zwischen den beiden Hauptfiguren, gespielt von TIL SCHWEIGER, 54, und MATTHIAS SCHWEIGHÖFER, 36.

Alias der wortkarge Luke Steiner und der mit übergroßer Horngestell-Brille versehene Nerd Theo. Beides Polizisten. Luke als rüder Dauer-Radau-Bruder ist aktiv bei der Spezialeinheit GSG-10 (mit 39 Abmahnungen bei 43 Einsätzen); Theo ist zwar theoretisch blitzgescheit, was Zahlen, Daten, Fakten angeht, aber – als männliche Jungfrau – verklemmt bis zum Anschlag und als dauer-aufdringliche Quasselstrippe mit Weichei-Geschmack ein bürokratischer Besserwisser und Dauer-Nervender bei den Büro-Kollegen. Einschließlich Luke. Aber: Theo ist ein glühender Bewunderer/Verehrer des Haudraufs Luke. Würde gerne auch mal so draufgängerisch sein. Allerdings: dabei natürlich immer „korrekt“. Und siehe da: Als Luke mal wieder Mist im Dienst gebaut und erst geschossen hat, bevor Fragen gestellt werden konnten, muss er jetzt diesen Nervenbündel-Quatschkopf als „Partner“ übernehmen. Akzeptieren. Beim befohlenen Strafdienst an der Tür vom Schloss Bellevue, wo bekanntlich der Bundespräsident seinen Amtssitz hat. Und wo gerade die mit nuttigem Charme auftretende moldawische Präsidententochter Mascha (LISA TOMASCHEWSKY) nach einem „Flirt“ mit dem umgehend sofort „verliebten“ Theo entführt wird, während Luke gerade mit seiner bockigen Tochter (Lilli Schweiger) telefonierte. Natürlich wird das „Paar“ umgehend suspendiert. Was die beiden Ungleichen aber nicht davon abhält, fortan auf eigene Faust zu ermitteln. Und los-zu-legen. Gemeinsam mit der Computerexpertin Nicki (ANNE SCHÄFER), die natürlich in den beziehungs-schüchternen Theo verliebt ist, was der Dussel aber bislang ignorierte. Also: gar nicht bemerkt hat. Nun kann es losgehen. Mit diesem vorhersehbaren Dünn-Unfug.

Ein paar selbstironische Motive, etwa, wenn das Nuscheln von Til Schweiger kurz zum hübschen Gag-Thema gemacht wird, können dieses fade Filmchen nicht besser machen: „Hot Dog“ läuft gut und gern beziehungsweise doof und langweilig in der Atmosphäre und dem schadhaften Schwung eines lahmen SAT.1-Film-Films durch: Mit vorhersehbarer Handlung, die diesen Story-Namen nicht verdient; mit Gequatsche, das auf den Keks geht; mit Balla-Balla-Action-Krümel und dünn-dümmlichen Klischee-Figuren; als hohle Nummernrevue: Der testosterone Macho-Rambo und das piefige Klugscheißer-Würstchen in der albernen Wiederholungsschleife: Nach spätestens einer halben Stunde ist dieser (auch überlange) Film „Hot Dog“ abgefuttert (= 1 1/2 PÖNIs).