HAMPSTEAD PARK – AUSSICHT AUF LIEBE

„HAMPSTEAD PARK – AUSSICHT AUF LIEBE“ von Joel Hopkins (GB 2016; B: Robert Festinger; K: Felix Wiedemann; M: Stephen Warbeck; 103 Minuten); ER steht für überzeugende, herrlich amüsante, nicht verkitschte und dafür SEHR unterhaltsame wie unabhängig produzierte Kinoleinwand-Gefühlsgeschichten: JOEL HOPKINS, Brite vom Jahrgang 1970, weder verwandt noch verschwägert mit dem großen Anthony „Hannibal“ Hopkins. Nach „Jump Tomorrow“ (2001), dem vielfach prämierten Spielfilm-Debüt, folgte 2009 „Liebe auf den zweiten Blick“ (s. Kino-KRITIK), hochkarätig mit Emma Thompson und Dustin Hoffman besetzt, und war ein köstlicher Gefühls-Charme-Bolzen. Danach folgte das Schmunzel-Stück „Wie in alten Zeiten“, 2013 (s. Kino-KRITIK), ebenfalls  mit Emma Thompson und mit Pierce Brosnan als Partner besetzt.

Film 4 von Joel Hopkins knallt wieder mächtig. Emotional. Romantisch. Liebe-voll. Bereitet Höchst-Vergnügen, weil zwei Stars es blendend verstehen, ihren Figuren Leben, Humor und knuffige Gefühle einzuhauchen, ohne dass dies auch irgendwie in die Nähe von Peinlichkeit gerät. Diese Beiden garantieren dies: „Oscar“-„Neurotikerin“ DIANE KEATON, inzwischen attraktive 71, und der knorrige Ire BRENDAN GLEESON, gestandene 62, als Auror Alastor „Ma-Eye“ Moody ab dem vierten „Harry Potter“-Movie populär und dann noch mehr geschätzt geworden durch Auftritte in schwarz-komischen Leckerlis wie „Brügge sehen…und sterben?“ (2008) und „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“ (2011). SIE spielt die in London lebende amerikanische Witwe Emily Walters, ER mimt einen kauzigen Einsiedler, der mit Menschen nicht so viel am Hut hat und seit 17 Jahren allein in einer selbstgezimmerten Hütte im weitläufigen Park von Hampstead lebt. Beide treffen zufällig aufeinander, und das kurzweilige Techtelmechtel kann starten. Der wütende Mittelpunkt: Boden-Spekulanten nähern sich gerade dem Park, besser Teile von ihm, und wollen dort Luxus-Wohnungen errichten. Natürlich glauben sie, dass sie mit diesem „alten Verrückten“ ein leichtes Vertreibungsspiel aus dieser Oase haben. Wir ahnen: Von wegen. Zumal jetzt auch die bislang in ihrem engen bürgerlichen Schneckenhaus lebende Emily „aufwacht“. In jeder Hin-Sicht. Und mit viel charmantem Eifer. Was dem alten Dösbaddel natürlich nicht „so ganz“ zusagt.

Die souveränen Diane Keaton & Brendan Gleeson zu empfinden, ist angenehm; sie sind mit viel pointierter Verbal-Ironie ausgestattet und: beide geraten augenzwinkernd-spitzzüngig in fein-vergnügliche Bewegung. „Hampstead“ ist ein warmherziger Film, der zwei großartige Schauspieler sich in wunderbar törichte Menschen verwandeln lässt, was auffällig die Laune (auch für Danach) erheblich verbessert (= 4 PÖNIs).