GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2

GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2 von James Gunn (USA 2017; B: James Gunn; K: Henry Braham; M: Tyler Bates; 137 Minuten; dtsch. Kino-Start: 27.4.2017).

– Gastkritik von Caroline Steinkrug

Drei Jahre ist es nun her, dass die GUARDIANS OF THE GALAXY in den irdischen Kinos das Universum vor bösen Mächten beschützten. Im Comic-Leben tun sie dies allerdings schon erfolgreich seit 1969 und so ist es kein Wunder, dass Marvel in Zusammenarbeit mit Walt Disney nun auch einen zweiten Teil auf die Leinwände dieser Erde beamt. Und diese finanzstarke Kooperation bringt natürlich so einiges mit sich. In erster Linie aber ein teuer aufgefahrenes Spezial-Effekt-Spektakel, das die Sinne der Zuschauer unaufhörlich ans Ende der Galaxie befördert. Inhaltlich wie optisch.

An der Besetzung hat sich nichts verändert. Sie liest sich weiterhin sehr hochkarätig, wenn man bedenkt, dass Filmgrößen wie Glenn Close nur kleine Nebenrollen bekleiden. Die Regie bei diesem fünfzehnten Marvel-Werk führte erneut James Gunn, der sich diesem Universum offensichtlich sehr verbunden fühlt. Und irgendwie geht es in dieser neuen Science-Fiction-Action-Komödie auch genau darum: um die Loyalität untereinander und gegenüber einer Sache.

Die Geschichte beginnt nur wenige Monate nach den Ereignissen des letzten Kapitels. Die GUARDIANS OF THE GALAXY haben sich gerade erst als Retter des galaktischen Systems einen Namen gemacht und sich als illustre Heldenfamilie formiert. Statt sich nun allerdings erst einmal in Ruhe und Ruhm standesgemäß sonnen zu können, sieht sich die Truppe rund um deren Anführer Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt) schnell mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Die Sovereign People, genmanipulierte und somit nahezu perfekte Wesen, wollen ihre Dienste beanspruchen, um ein interdimensionales Monster zu bekämpfen. Ihre Anführerin (und neue Antagonistin) Ayesha (Elizabeth Debicki) bietet ihnen als „Belohnung“ dafür die Auslieferung von Nebula (Karen Gillian) an, die als Mörderin gesucht wird. Darüberhinaus ist sie die ungeliebte Schwester der Guardians-Amazone Gamora (Zoe Saldana).

Am Rande des Kosmos kommt es folglich zu einigen Verfolgungsjagden, ausgelöst durch die Gier des bis an die Zähne bewaffneten Waschbären Rocket – im Original synchronisiert von Bradley Cooper.

Interessant wird die Geschichte allerdings erst dadurch, dass sie sich im Grunde die meiste Zeit eher mit dem Zusammenhalt der Gruppe auseinandersetzt. Deren unterschiedliche Zwistigkeiten sowie Charaktere machen aus alten Feinden schließlich neue Freunde und führen Peter zu seinen biologischen Ursprüngen zurück… Stichwort: Ich bin dein Vater, Luke! Ähm, Peter – natürlich.

Pah! Bla… bla… bla… könnte man jetzt denken oder auch „sülz“ –  aber NEIN! Das knallt! Emotional, wie visuell immer wieder auf die Herz- und Lachmuskulatur! Und auch aufs Trommelfell – denn der 70iger- und 80iger-Jahre-Soundtrack bummert durch den Kinosaal so wie die Faust von Drax (Dave Bautista) in das Gesicht des zum Kopfgeld ausgesetzten Ungetüms! Dieser Film nimmt sich einfach überhaupt nicht ernst und das macht ihn so sympathisch! Das ist Popkornkino auf höchstem Spaßniveau!

Schon beim Betrachten des Plakates, das ebenso wie die Songs sofort an alte Sternenfahrtfilme erinnert, ist GUARDIANSOF THE GALAXY VOL. 2 selbst: nostalgisch-kultig! Wie der Walkman von Peter Quill. Kassetten sind also wieder „en vogue, weil ihr Kabelsalat eben Charme besitzt!

So bunt wie ein Gartensalat ist hingegen die Besetzung. Die grüne Gamora tritt durch Zoe Saldana gewohnt sexy auf, Wrestling-Star Dave Bautista mimt naiv-bezaubernd den Hau-drauf-Koloss zum liebhaben und Chris Pratt bringt mit seinem Ironie getränkten Sexappeal sowieso die meisten Damen zum dahinschmelzen. Garniert mit einigen lustigen Cameo-Auftritten der 80iger-Jahre-Starszene, entwickeln sich die Figuren so zu einer explosiven Humormischung, die allerdings nie unter die Gürtellinie zielt. HURRA! Lachen mit Niveau ist angesagt und das in einer Comic-Verfilmung?! Eine schöne Überraschung!

Am Ende stielt jedoch einer ALLEN die Show! Baby Groot! Der süßeste Baum-Humanoid, den die Galaxie je gesehen hat! Ihm fliegen dermaßen die Herzen zu, dass man am Ende nur noch schreiben möchte: „Ich bin Groot!“ Denn mehr Text bekommt die Stimmte von Vin Diesel in dieser Rolle nicht zugeteilt! Aber das macht absolut überhaupt nichts! Sagen tausend-blättrige Knopfaugen doch mehr als eine Millionen Worte. Niedlich!

Nach einem noch nie dagewesenen 100% Vorhöchstrating waren die Erwartungen natürlich sehr hoch. Und wirdGUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2 diesen Vorlorbeeren gerecht? Ja! Auf sehr charmante Art und das ist irre! Reingehen! Spaß haben! Die alten Kassetten ins Auto werfen und abgrooten – ähm grooven! Und das bitte mit der ganzen Familie! So wie Peter Quill, der letztlich ja in besagter, alter Star-Wars-Manier wieder zu seinem Ego (Kurt Russel), also seinem Daddy zurückfindet…

Wer den ersten Film mochte wird definitiv auch hier – und hoffentlich auch beim bereits angekündigten dritten Teil – wieder seine Freude haben. Ansonsten gilt es, wie immer bei Marvel: Sitzen bleiben bis zum Schluss lohnt sich! Nicht nur wegen des gelungenen Abspannsongs von David Hasselhoff!

(4 Pönis; „Ooga Chaka… I can`t stop that feeling!“)

Carrie


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