DER GROßE COUP

Das Film-Thema heute – ein wunderbarer Spannungs-Klassiker, der jetzt neu aufgelegt wurde. Dabei handelt es sich um den 1973 entstandenen Hollywood-Thriller „DER GROßE COUP – CHARLEY VARRICK“ von Don Siegel (USA 1973; B: Dean Riesner; Howard Rodman; John Reese; nach dem Roman „The Looters“ von John Reese/1968; K: Michael C. Butler; M: Lalo Schifrin; 111 Minuten; Start D: 18.01.1974; DVD-Veröffentlichung: 14.02.2008).

Der Originaltitel lautet „Charley Varrick“, bei uns lief der Film dann unter dem Titel „Der große Coup“ im Kino und im Fernsehen. Fürs Heim-Kino bekam bei der Wiederveröffentlichung den Titel „Charley Varrick – Der große Coup“. Basierend auf dem 1968 erschienenen Roman „Heiße Beute“ von John Henry Reese (1910-1981), der auch am Drehbuch mitwirkte, schuf der souveräne Hollywood-Handwerker Don Siegel einen SEHR unterhaltsamen wie pointierten Thriller. Siegel (26.10.1912 – 20.4.1991) war von 1934 bis 1948 als Arbeitnehmer bei „Warner Brothers“ tätig, bevor er anfing, ebenso unabhängig wie konsequent zu filmen. Was ihn bei den Studios nicht unbedingt „beliebt(er)“ machte. Denn er war zwar für sein schnelles und effizientes Arbeiten bekannt (mit bis zu 55 Szenen am Tag), doch blieb er stets ein filmender Individualist, der als Freigeist galt und dessen Sympathie für Outlaws und „zerstörerische Enden“ nicht gerade immer „willkommen“ waren.

Don Siegel hat Genre-Klassiker wie „Die Dämonischen“ („Invasion Of The Body Snatchers“/1956), „Der Tod eines Killers“ (1964/nach einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway/mit Lee Marvin, Angie Dickinson und auch Ronald Reagan), „Nur noch 72 Stunden“ (1968/mit Richard Widmark), „Ein Fressen für die Geier“ (1970/mit Clint Eastwood und Shirley MacLaine), natürlich „DIRTY HARRY“ (1971/mit Clint Eastwood), „Die schwarze Windmühle“ (1974/mit Michael Caine), „The Shootist – Der letzte Scharfschütze“ (1976/der letzte John-Wayne-Film), „Telefon“ (1977/mit Charles Bronson) sowie „Flucht von Alcatraz“ (1979/mit Clint Eastwood und Patrick McGoohan) gedreht.

Hier stellt er den ehemaligen Kunstpiloten und Klein-Ganoven CHARLEY VARRICK in den Mittelpunkt des Geschehens. Da sein Geschäft als selbständiger Schädlingsbekämpfer mies läuft, überfallen er, seine Frau Nadine und die Kumpels Al und (der etwas „simple“) Harman wiederholt kleine Provinz-Banken. Da die Beute in diesen Fällen immer nur wenige tausend Dollar betragen, ebbt das Aufklärungs-Interesse von Sheriff und Staatsanwaltschaft meistens schnell ab. Doch als sie eines Tages eine Bank in New Mexiko ausrauben, passiert das Malheur: Al und ein Bank-Wachmann werden erschossen, Varricks Frau stirbt kurze Zeit danach an ihren Verletzungen. Die Beute beträgt stolze 750.000 Dollar, doch in den Nachrichten ist von lediglich 2000 Dollar die Rede.

Varrick ahnt, dass es sich bei dem erbeuteten Geld um Mafia-Schwarzgeld handelt. Und richtig: Fortan ist ihm nicht nur die Polizei, sondern auch die „Organisation“, mit ihrem sadistischen Killer „Molly“, auf der Spur. Von nun ab ist „tricksen“ angesagt. Und Charley kann TRICKSEN; und wie. Alleine die Schluss-Viertelstunde ist eine „Köstlichkeit“ von heißer Action-Verblüffung. Ein Klasse-Spannungs-Movie, ein Leckerbissen der „besseren Unterhaltung“. Mit dem damals 52jährigen WALTER MATTHAU in der Hauptrolle, der für seine Hauptrolle mit dem „British Academy Award“ ausgezeichnet wurde.

Matthau, der durch seine Komödien mit Jack Lemmon zu Komiker-Ruhm gekommen war („Oscar“ als „Bester Nebendarsteller“ in „Der Glückspilz“/1966; „Ein seltsames Paar“/1967), mimt hier einen harmlos aussehenden und sich auch entsprechend-listig „bewegenden“ Durchschnitts-Typen, der es faustdick hinter den Ohren hat. Dem Niemand WIRKLICH gewachsen ist und der schließlich clever genug ist, es dann sogar „voll“ mit der Mafia aufzunehmen. Um ihn herum gruppieren sich überzeugend mitmischende Akteure wie JOHN VERNON, NORMAN FELL, ANDREW ROBINSON und – als kauzig-mieser Sadisten-Killer – JOE DON BAKER. Ein hervorragender Thriller-Klassiker, der jetzt – fein herausgeputzt – auf DVD zum häuslichen Archiv-Inventar gehören sollte. Denn „Der große Coup – Charley Varrick“ kann man sich gut und gern immer mal wieder „reinziehen“: Ein PRIMA-zeitloses Spannungserlebnis ist garantiert (= 4 ½ PÖNIs).

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