GOOD TIME

„GOOD TIME“ von Ben Safdie & Joshua Safdie (B + R; USA/Luxemburg 2016; K: Sean Price Williams; M: Tamar Aphek; Ran Bagno; 100 Minuten); die Richtung der Brüder Safdie aus der US-Independent-Scene ist eindeutig: Sie bewegen, sie befinden sich auf den B-Movie-Spuren eines Martin Scorsese-am Anfang („Hexenkessel“); mit viel rauem New Yorker-Schmutz-Dampf und radikaler Ton-Art. Allerdings ist ihr rotziges Fieber nicht sehr plausibel, von einfach zu vielen Logik-Löchern begleitet nach dem Motto: Der heiße atmosphärische „Punk“-Rhythmus „versendet“ sich schon. Irgendwie.

ROBERT PATTINSON: Aus dem einstigen edlen Vampir (in den „Twilight“-Movies) ist filmisch ein krimineller Rabauke geworden. Der gemeinsam mit seinem geistig behinderten Bruder (BEN SAFDIE) erst eine Bank überfällt, dann voll die Farbenscheiße abbekommt, die Banknoten sind markiert, um dann den Versuch zu starten, seinen schließlich gefangen genommenen geliebten Bruder aus dem Knast zu holen. „Auszukaufen“; von wegen Kaution. Dafür flitzt Bruder Connie (Pattinson) abgekämpft und ausgelaugt durch das „andere“, das dreckige, hässliche New York und muss sich aus vielen brenzligen Situationen herauswühlen.

Ein kaltes, humorloses, brachiales Stück Talent-Picture. Von einem filmenden Brüderpaar, das mit vibrierender Wackel-Kamera hantiert und sich „über Cannes“ bzw. die dortigen Filmfestspiele erste (Be-)Achtungszeichen erworben hat (mit Billig-Streifen wie „The Pleasure of Being Robbed“/2007 und „Daddy Longlegs“/2009) sowie dann auch mit dem Liebesdrama an der Drogenfront, „Heavens Knows What“, mit dem sie beim beim Venedig-Festival von 2014 auftraten. Mit dieser „GOOD TIME“-Fingerübung in B, beim diesjährigen Cannes-Festival im Wettbewerb gelaufen, erwecken sie erste größere Neugier auch bei uns (= 3 PÖNIs).