GET OUT

„GET OUT“ von Jordan Peele (B, Co-Prod.+R; USA 2016; K: Toby Oliver; M: Michael Abel;104 Minuten); was veranstaltet bloß das amerikanischen Kino auch? JORDAN PEELE, ein drüben ungemein populärer Sketch-Komiker (in der Comedy-Central-TV-Serie „Key and Peele“; gemeinsam mit seinem Partner Keegan-Michael Key), 2012 als „Entertainer of the Year“ gefeiert („Entertainment Weekly“), dreht mit einem (Mini-)Budget von 5 Millionen Dollar seinen ersten Spielfilm, der in den USA zu einem Hit explodiert und mittlerweile über 160 Millionen Dollar an den Kinokassen eingespielt hat. Was nichts über die Qualität aussagt, aber auch DIE kann sensationell gut mithalten: „GET OUT“ wird unter Garantie am Jahresende zu einem der besten US-Kinofilme des Jahres gekürt werden.

Man muss aufpassen, nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, um nicht etwa einige der „heißen Twists“ preiszugeben. Soviel: „Get Out“, also „Hau‘ ab“, ist eine clevere, kluge wie extrem spannende Horror-Alptraum-Satire zum bitteren Stichwort „amüsanter Rassismus“. Der in diese zynischen Trump-Zeiten passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Im Mittelpunkt: Chris Washington (DANIEL KALUUYA), ein junger Fotograf aus New York, mit Freundin Rose Armitage (ALLISON WILLIAMS). Sie weiß, er schwarz. Sie will ihn anlässlich eines Wochenendausflugs ihren Eltern auf dem Land vorstellen. „Alles in Ordnung“, beruhigt sie ihn, meine Eltern sind liberal, hätten Obama auch ein drittes Mal gewählt.

Vor Ort  lassen Chris (und uns) „kleine Begebenheiten“ spüren, dass hier trotz der allgemeinen Harmonie irgendetwas nicht stimmt. Möglicherweise. Blicke, Gesten, Andeutungen, Bemerkungen: irgendwie so etwas. Oder ist das paranoid? Wir werden sehen. Überraschungen inklusive. Chris und wir jedenfalls befinden uns in einer ständigen kitzligen Hab-Acht-Stellung.

Und dann schließlich, nach diesen vielen kleinen ungewissen, provozierend-netten „farbigen Stimmungen“, beginnt doch die spektakuläre, faszinierende und extrem spannende und wunderbar beunruhigende Horror-Palette. Mit viel – buchstäblich, wahrhaftig – „schwarzem“ Gemein-Humor. Im nunmehr panischen Horror-Ländle.

„GET OUT“ oder: Was für ein fesselnder, listiger, origineller, kraftvoller Rassismus-Thriller als originelle, vielschichtige, düstere und nicht nur amerikanische Gesellschaftsbetrachtung (= 4 1/2 PÖNIs).