FINAL PORTRAIT

„FINAL PORTRAIT“ von Stanley Tucci (B + R; GB 2016; K: Danny Cohen; M: Evan Lurie; 90 Minuten); sagen wir es mal grob  – so wie es im Kino oft gepredigt wurde: Genies haben meistens einen an der Klatsche. Sind exzentrisch, arrogant, chaotisch. bestimmend, beleidigend gegenüber Nahem und Weitem, sonst wären sie ja wohl keine Genies. HIER geht es genau SO zu. Ein sperriger Künstler ist ein solcher Künstler, ist ein erfolgreicher Künstler, ist ein Faszinosum von selbstzweifelndem Bildhauer und empörtem Maler. Sein Name: ALBERTO GIACOMETTI (10.10.1901 – 11.1.1966). Während einer Paris-Reise steht ihm der amerikanische Freund und Kunst-Autor James Lord (ARMIE HAMMER) in dessen verlottertem Pariser Atelier Modell für ein Bild. Ausgemacht sind „einige Tage“, daraus werden viele Tage und einige Wochen. Währenddessen Jack (und dadurch wir) gepfefferte Einblicke nehmen können in die vielen Sonderlichkeiten und Schaffens- wie Lebens-Eigenheiten dieses Maestros der Kunst.

„Final Portrait“, der Film, ist einmal mehr d i e Performance des großartigen australischen Schauspielers und „Oscar“-Preisträgers GEOFFREY RUSH („Shine“). Der sich mit seiner „ungehörigen“ Figur reizvoll verbündet, deren schnelles Überdrehen wie dessen „kompliziertes“ Resignieren wie seine unbändige Lust auf Alkohol und Frauen und vor allem: Zigaretten so vermittelt und verkündet, dass sich ein feines kleines tollkühnes Werk über einen meisterlichen Saukerl vergnüglich-reizvoll ausbreitet. Dabei ging es dem Regie-führenden und sonst vielbeschäftigten Schauspieler STANLEY TUCCI („Der Teufel trägt Prada“; „Spotlight“), der hierfür auch das Drehbuch verfasste, um kein Biopic, sondern mehr um eine Art melancholische Bewunderungs-Komödie über diesen Ausnahme-Künstler des 20. Jahrhunderts. Über den wir zwar hier auch nicht sehr viel erfahren, aber zumindest sagen können: Wir kennen ihn jetzt. Etwas. Haben von ihm „vernommen“. Dank des begnadeten Mimen Geoffrey Rush  (= 3 PÖNIs).