FERDINAND – GEHT STIERISCH AB!

„FERDINAND – geht STIERisch ab!“ von Carlos Saldanha (USA 2015-2017; B: Robert L. Baird; Tim Federle; Brad Copeland; nach dem Kinderbuch „Ferdinand der Stier“ von Munro Leaf/1936; K: Renato Falcao; M: John Powell; 107 Minuten); „Ferdinand der Stier“ ist ein US-Kinderbuch-Klassiker von Munro Leaf aus dem Jahr 1936; zwei Jahre darauf schuf Disney einen auf dieser Geschichte basierenden Kurz-Cartoon von 8 Minuten, der 1939 den „Oscar“ als „Bester Kurzfilm“ zugesprochen bekam.

Die aktuell, auch in 3 D-hergestellte Animations-Version aus den „BluSky Studios“, wo einst die „Ice Age“-Erfolgsreihe produziert wurde, entpuppt sich als matt. Aber auch wütend machend. Der Reihe nach. Ein Stier. Wartet auf einer Ranch, dass er groß und stark wird, um in einer Arena den Kampf mit einem Torero aufnehmen und danach als Berühmtheit in den Ruhestand gehen zu können. Sein Sohn dagegen ist völlig aus der Bullen-Art geschlagen. Mag es lieber, an Blumen zu riechen anstatt den Wüterich zu geben. Ferdinand ist, ganz im Gegensatz zu seinem Vater, ein Softie. Deshalb wird er auf der Ranch auf immer wieder gehänselt. Auch von „österreichischen“ Arroganz-Lipizzanern auf der Nachbar-Wiese. Denn die Ferdinand-Umgebung ist der Meinung, „da draußen“, in der Arena, zum Helden aufsteigen zu können, ist das Lebens-Größte. Überhaupt. Mit viel Ruhm verbunden und anschließender „Pension“. Dass sie dort vor „begeistertem“ Publikum abgeschlachtet werden sollen, dämmert ihnen erst später oder gar nicht.

Jedenfalls: Ferdinand vermag erst einmal abzuhauen. In seinem Schlepptau: eine grauenvoll animierte, nur nervende, schwer gestörte hysterische Ziege (deutsch: Bettina ZImmermann) sowie drei putzige Igel. Doch das Schicksal meint es nicht dauer-gut mit ihm, Ferdinand kommt zurück auf die Farm und wird zum nächsten profitablen Arena-Stier bestimmt. Soll gegen den widerlichen, überaus selbstgefälligen Nr.1-Matador „antreten“.

Der aus Brasilien stammende Filmemacher CARLOS SALDANHA war am ersten „Ic Age“-Spaß 2002 als Co-Regisseur mit dabei, hat die ebenso erfolgreiche Fortsetzung 2006 selbst geleitet und hatte mit dem „Rio“-Movie 2011 einen weiteren Animations-Hit. 2014 kam, von ihm, „Rio 2“ in die Lichtspielhäuser. Hier hat er sich verhoben. Die Story ist flach, kaum abendfüllend, in der Komik begrenzt, und die Botschaft vom widerlichen Stierkampf-„Sport“ ist viel zu milde angesetzt. Erst jubelt die Menge „kreuzigt ihn“, dann wird – wegen Emotionen – das stierische Ferdinand-Leben gerettet und die Menge jubelt wieder. Was für ein kitschiger Scheiß!

„Ferdinand“, Originaltitel, ist kein gelungener, nur momentweise überzeugender Animationsfilm (= 2 PÖNIs).