ERPRESSUNG

„ERPRESSUNG“ von Phil Volken (B + Co-Produzent + R + Schnitt; USA/Puerto Rico 2016; K: Helge Gerull; M: Gad Emile Zeitun; 109 Minuten; deutsche Heimkino-VÖ: 30.6.2017); verdammt nochmal  –  nix ‚rauszukriegen über dieses Alles-Talent namens PHIL VOLKEN. Der hier, für diese Independent-Produktion, sowohl das Drehbuch geschrieben, mit-produziert und Regie geführt hat sowie für den Schnitt verantwortlich war. Und für einen richtig guten, gradlinigen wie äußerst spannenden Karibik-Thriller gesorgt hat. Der zum unterhaltsamen Sommerfilm-Genuss spitzenmäßig geeignet ist.

Die Ami-Family Riley. Vater, Mutter, Kleinboy Andy. Ein Urlaub in der Karibik. Man tummelt sich in der Sonne und im Wasser, dann wird eine Bootsfahrt beschlossen. Alle sind vergnügt, man strandet auf einer leeren Insel, doch als man zurückfahren will, streikt der Motor. Lässt sich nicht in Gang bringen. Stunden um Stunden vergehen, die Sache wird bedrohlich. Lebens-bedrohlich. Also beschließt man, sich hinaus aufs Meer treiben zu lassen. Und tatsächlich, zwei Fischer entdecken sie und nehmen sie auf. Allerdings verlangen sie für ihre Hilfe eine Gegenleistung: 1 Million Dollar. Woher und wie soll der Arzt Dr. Kevin Riley (EION BAILEY) die auftreiben? Egal, um zu überleben, sagt er zu. Während Frau und Kind auf einer der vielen Inseln zurückgelassen werden, fährt man gemeinsam an Land, um alles Nähere über Telefon und örtlicher Bank zu regeln. Zwar kann Riley nur einen Bruchteil der gewünschten Summe telefonisch auftreiben, doch damit ist Wortführer Miguel (BARKHAD ABDI) schließlich einverstanden. Das Geld wird auf sein Konto überwiesen, nur könnte die Befreiung von Ehefrau Julie und Klein-Andy vonstatten gehen. Könnte.

Ein gut situierter US-Normal-Bürger, friedlich gestimmt, macht in einer Region der Welt Ferien, wo es den Einheimischen weniger gut geht. Wofür er nichts kann, was ihn aber bedauerlicherweise in eine schlimme persönliche Lage versetzt. In dem Moment, wo er den „sicheren Urlaubs-Hafen“ Hotel und Umgebung kurz einmal verlässt, beginnt die Bedrohung. Für Leib und Leben. Mit dem schließlichen Ziel: Er muss sich alleine auf den beschwerlichen Weg machen, um seine Familie vor dem sicheren Tod zu retten. Denn, das Problem: Er ist – hier, in der Fremde – allein auf sich gestellt. Die Polizei, vertreten durch Constable Haagen (DANNY GLOVER), misstraut ihm. Zu viele „Merkwürdigkeiten“ sind passiert und geschehen weiterhin.

„Erpressung“ ist immer spannender werdender exzellenter Nervenkitzel. Mit einem Wider-Willen-Helden, der sich „Dinge“ zutrauen muss, die er sich eigentlich selbst kaum zugetraut hätte. Er muss auf die brutale Gewalt seines Umfeldes mit Verstand und Eigen-Gewalt reagieren. Nicht in „Rambo“-Manier, sondern als letzte Möglichkeit, um seine Familie zu schützen beziehungsweise zu retten. Dabei müssen Kopf und Hände zusammen“wirken“. „Funktionieren“.

„96 Stunden“ von Pierre Morel, mit Liam Neeson (2008) und „Frantic“ von Roman Polanski, mit Harrison Ford (1988) befinden sich mit im aufregenden Denk-Boot. Während das Logik-Menü in diesem packenden Survival-Drama von der harschen Dramaturgie überstülpt wird. Als Duellisten stehen sich dabei EION BAILEY, US-TV-Star („Once Upon a Time – Es war einmal“); der in dem Tom Hanks-Film „Captain Phillips“ vielgelobte „Pirat“ BARKHAD ABDI („Oscar“-Nominierung 2013) sowie Oldie-Insel-Bulle DANNY GLOVER (als „Robert Murtaugh“ der legendäre Partner von Mel Gibson in den „Lethal-Weapon-Klassikern) unerbittlich gegenüber. „EXTORTION“, so der Originaltitel, entpuppt sich als schweißtreibender Muntermacher von prickelndem Spannungskino. (3 1/2 PÖNIs).

P.S.: Bedauerlich nur, dass beim Bonusmaterial (Making Of; Interviews) die deutschen Untertitel „vergessen“ wurden.

Anbieter: „Ascot Elite Home Entertainment“.