La Musica Negli Occhi

ENNIO MORRICONE – La Musica Negli Occhi“ von Francesco und Federico De Melis (It 1990; 58 Minuten; Video-Veröffentlichung: 1995).

Film-Musik besitzt heute einen hohen Stellenwert. Das liegt vor allem an ihm, an Ennio Morricone. Es begann 1966, als in unseren Kinos ein Western auftauchte, der nicht nur die herkömmliche Dutzendware ausstach sondern auch musikalisch ungewöhnlich stimmungsvoll war: “Für eine Handvoll Dollar“ von Sergio Leone. Komponist und Arrangeur: Ennio Morricone.

Wie raffiniert der klassisch trainierte Italiener seine opernhaften, raumfüllenden, sinnlichen Töne mit “besonderen“ Instrument wie Panflöte, Maultrommel, Orgel und der menschlichen Stimme zusammensetzte, war ein Ereignis. Ein Film zum Sehen u n d Hören! Die beiden Schulkameraden hatte ihre Berufung gefunden: Leone wurde zu einem der weltbesten Regisseure, Morricone avancierte zu einem der herausragendsten musikalischen Bilderbegleiter. Ihre Meisterarbeit entstand 1968 mit “Spiel mir das Lied vom Tod“. Der Soundtrack verkaufte sich millionenfach, fand viele Nachahmer. Mittlerweile hat Ennio Morricone über 300 Filme vertont und dabei für die größten Regisseure gearbeitet. Groß Auftritte und Gesten sind ihm aber fremdgeblieben. Der heute 64jährige lebt weiterhin abgeschieden und zurückgezogen in Rom.

Das erste Video über seine wunderbare Arbeit – “La Musica Negli Occhi = Musik für die Augen“ – zeigt ihn kurz und lässt dann seine Musik “sprechen“ Die wurde mit den Bildern aus 10 “seiner“ Filme gekoppelt. Aber: Ohne Dialog, nur diese rauschenden, klagenden, träumenden, wunderschönen Klänge und die Filmbilder.

Die stammen u.a. aus: “Die Verdammten des Krieges“ von Brian De Palma, “Cinema Paradiso“ von Guiseppe Tornatore, “Todesmeloclie“ von Leone, aus dem berühmten “Sacco und Vanzetti“-Film von Giuliano Montaldo für den Joan Baez das berühmte Klagelied “Here’s To You“ beisteuerte. Und natürlich aus der letzten Zusammenarbeit mit dem vor 2 Jahren verstorbenen Freund Sergio Leone, aus “Es war einmal in Amerika“. Motto des Films: Kino als totales Gefühl.

Wenn man manchmal die Augen zumacht und nur dieser Musik folgt, laufen dennoch die atemberaubenden Bilder weiter…