DIE MUMIE (2017)

„DIE MUMIE“ von Alex Kurtzman (USA 2016; B: Jon Spaihts; Christopher McQuarrie; K: Ben Seresin; M: Brian Tyler; 111 Minuten; 3 D); der Begriff „Reboot“ wird für ein fiktionales Werk verwendet, das ein früheres fiktionales Werk – wie etwa einen Film – neu interpretiert. Solch ein Reboot-Movie ist „Die Mumie“, dessen Ursprung in das Jahr 1932 führt, als der US-amerikanische Horrorfilm „The Mummy“ herauskam. Regisseur war der deutschstämmige Karl Freund; in der Hauptrolle brillierte Boris Karloff. Aufgrund des immensen Erfolges schuf Hollywood im Verlaufe der Jahre und Jahrzehnte immer wieder neue „Mumien“-Filme, zuletzt 2008: „Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers“ (s. Kino-KRITIK).

Was ist nur mit beziehungsweise in Hollywood los? So viele schlechte teure Blockbuster hintereinander gab es lange nicht mehr. Aber nach „King Arthur: Legend of the Sword“; „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ und „Baywatch“ darf man auch „Die Mumie“ als einen weiteren heißen Favoriten auf die nächsten „Goldenen Himbeeren“ benoten. Sozusagen: So schlecht? Nein, noch weitaus schlimmer.

Die – so genannte – Story ist beleidigend. Von wegen schlicht und ständig vorhersehbar.  Und Typen-lächerlich: Am Anfang blicken wir auf zwei Kerle. Der eine scheint dumm, der andere wirkt dämlich. Der „Dumme“ heißt Nick Morton und wird von TOM CRUISE dargestellt. Nick ist in der US-Army, als was auch immer, und klaut mit seinem Kumpel-Dämlich bei Einsätzen wertvolle Antiquitäten. Um sie dann gewinnbringend zu verscherbeln. Als beide im heutigen Nord-Irak unterwegs sind, weckt Nick – versehentlich natürlich, aber eigentlich auch wiederum nicht – in einer zufällig entdeckten Gruft eine böse Prinzessin namens Ahmanet (SOFIA BOUTELLA), die einst, weil macht- und blutgeil, zur Strafe in einem Sarkophag lebendig begraben wurde, und die nun heuer als „Die Mumie“ bezeichnet wird. Diesmal also ein Mädel, nach den vielen verruchten Film-Mumien-Kerlen. So weit, so schon mal (eigentlich) egal. Denn was will die adlige Braut heute: Natürlich unsere Welt ausrotten. Oder so etwas in der Art. Und den begriffsstutzigen Nick hat sie sich als irdischen Helfer auserkoren. Und deshalb kann der auch zum Beispiel unbeschadet einen Flugzeugabsturz überstehen. Doch wie gesagt, Nick versteht meistens nur Bahnhof, staunt Bauklötzer und kloppt sich zwischendurch immer mal wieder mit der Armee der Prinzessin, mit ihren Zombie-Kreaturen.

In Theorie und Praxis ist dieser Film ein völliger Humbug. Vermag weder eine halbwegs plausible Geschichte zu entwickeln noch stimmige Motive zusammenzuführen. Stattdessen: Plumper 3 D-Hokuspokus-Horror, mit vielen lärmenden Effekten, lächerlichem Grusel und vor allem auch: diffusem Personal. Der pummelig gewordene RUSSELL CROWE mimt einen angeblich bedeutsamen britischen Medizinmann, der fortwährend nur Stuss von sich gibt; und diese Dauerwellen-Blonde an Nicks Seite, eine gut getarnte Forscherin, gespielt von ANNABELLE WALLIS, erweist sich als talentfreie Zone.

Der neue „MUMIEN“-Film ist sagenhaft uninteressant, erbärmlich schlaff, ohne jede Spannung. Fazit: Ein 125 Millionen Dollar-Budget wurde buchstäblich in den Sand gesetzt. 1/2 PÖNI für diese grottenschlechte Horror-Kasperei (= 1/2 PÖNI; für irgendeinen Effekt, oder so).