Deadpool Kritik

DEADPOOL“ von Tim Miller (USA 2015; B: Paul Wernick, Rhett Reese; nach einer Comic-Figur aus dem Hause MARVEL; K: Ken Seng; M: Junkie XL; 108 Minuten; Start D: 11.02.2016); …und noch ’n Comic. Die Amis lieben ihre Comic-Helden, und wir sollen diese Zuneigung ständig adaptieren. RYAN REYNOLDS, der schon einmal mit einer Comic-Figur Schiffbruch erlitt („Green Lantern“ von 2011/s. Kino-KRITIK), mimt hier Wade Wilson alias „Deadpool“, eine Comic-Gestalt, die wir bereits 2009 in „X-Men Origins: Wolverine“ (s. Kino-KRITIK) als Neben-Figur kennengelernt haben. Nun darf er „voll“ ‚ran. An der Comic-Front, in einer Art Spiderman-Kostüm, die seine Narben verdecken. Denn der ehemalige Elitesoldat und Söldner hat Krebs, im Endstadium, nimmt an einem geheimen Experimentalprogramm teil, das ihn aber nicht schöner, sondern unsterblich macht. Mit Superhelden-Kräften. Und einem weiterhin entstellten Körper.

Nun will Deadpool, der auch wie ein Samurai mit Schwertern an- und auftritt, DIE Leute kriegen, die ihm DAS angetan haben. Damit DIE ihn körperlich in den alten Zustand „zurückversetzen“ mögen und er zu seiner großen Liebe Vanessa (MORENA BACCARIN, mit Monica Bellucci-Sex-Appeal) zurückkehren kann. (Aber war er im ursprünglichen Körperzustand nicht völlig verkrebst???) Auf zweierlei Weise: Brutalstmöglichst, und mit Humor. Erstens: Hier wird Blut-Härte vorgeführt, die in dieser direkten Gewalt-Arie nichts mit der aggressiven Absurdität eines Quentin Tarantino („The Hateful Eight“) zu tun hat. Sondern nur eklig und spekulativ ist. Motto: Das lustvolle Töten. Hey, wir befinden uns in einem Comic-Film, ist doch alles nicht so schlimm. Klingt es alibihaft durch. Ist es aber doch. Und zwar weit über die Er- und Verträglichkeit hinaus.

Zweitens, der so genannte Humor: Immer wieder wird die Handlung „giftig-komisch“ unterbrochen. Wenn der Held sich mittendrin zu uns hin im Zuschauerraum wendet und ironische Kommentare wie „Sehe ich nicht aus wie ein Hoden mit Zähnen?“ ablässt. Damit wir ein wenig „erleichtert“ sind. Werden. Von wegen: Wir machen doch nur schwarz-komische Späßken. Selten so nicht gelacht. Auch bei „Sie fragen sich bestimmt, wem ich die Eier kraulen musste, um einen eigenen Film zu bekommen?“. Ach herjeh. „Sein Name reimt sich auf Polverine“. Ha-ha, also „Wolverine“. Sau-gar nicht-ulkig. Um schließlich auf seinem Gesicht eine Hugh Jackman-Papp-Maske zu präsentieren; schließlich spielt DER den Wolverine in den X-Men-Movies. Sozusagen, ein Dick-Zitat. Und auch bei dem Satz „Der Tag war so vergnüglich wie ein Schmirgelpapierdildo“ pupse ich mir nicht in die Hose.

Klopper-Humor, damit die unzähligen unappetitlichen Aggressionen auf Rohdeibel-Komm-Raus motiviert/erklärt werden können. Der neue amerikanische Comic-Film „Deadpool“ ist infantil ohne Abwinken, geschmacklos, tötungsgierig. Übrigens: Von der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) soeben ab 12 Jahren freigegeben!!!

Fazit: Blödes wie böses und natürlich musik-dröhnendes Bullshit-Kino (= 1 PÖNI; für einige gelungene circensische Choreographien).