CARS 3: EVOLUTION

„CARS 3: EVOLUTION“ von Brian Fee (USA 2015-2017; B: Kiel Murray; Bob Peterson; Mike Rich; K: Jeremy Lasky; Kim Weiß; M: Randy Newman; 102 Minuten); so ein Auto ist doch auch bloß ein Mensch, mit allen Empfindungen und Gemeinsamkeiten. Erinnern wir uns: Anfang September 2006 tauchte der übermütige rote Rennwagen-Angeber LIGHTNING McQUEEN erstmals auf – in „Cars“ (s. Kino-KRITIK) – und vermittelte einiges Lach-Gas. In der Animations-Fortführung aus dem bewährten Hause PIXAR-Disney – „Cars 2“ (s. Kino-KRITIK) – bekam es unser Auto-Typ im Sommer 2011 mit den „Wechselfällen des Lebens“ zu tun. Jetzt, im dritten Teil, wird die Endphase vom aktiven Dasein – des in die Jahre gekommenen Rennwagens 95 eingeläutet. Also: mehr runter vom Gaspedal, dafür dürfen die Emotionen sich auspurzeln. Anfangs sind  Lightning (Originalstimme: Owen Wilson; deutsche: Manou Lubowski) & Team noch im Voll-Spurt, doch schon bald müssen sie erkennen, dass Rivale Jackson Storm (Armie Hammer / Benedikt Weber) – ein hochgezüchteter Jungspund-Rennschlitten – „mehr“ unter der Haube hat. Was der stolze Lightning natürlich erst gar nicht akzeptieren kann. Und will. Hilfe naht in Gestalt der jungen Renn-Technikerin Cruz Ramirez (Cristela Alonzo/Maja Maneiro), die früher selbst mal Rennen fahren wollte und den lädierten Veteranen nochmal in die Erfolgsspur bringen will. Dabei entpuppt sich die knallgelbe Flitzerin selbst als neue Heldin und attraktive Identifikationsfigur. Apropos: Selbst LEWIS HAMILTON (Original) beziehungsweise SEBASTIAN VETTEL (deutsch) wurden sprachlich eingespannt, um „nebenbei“ ein Vehikel namens Hamilton (im Original) beziehungsweise Sebastian (deutsch) auf verbalen Kurs zu bringen.

Über allem aber weht der emotionale Abschied, die Melancholie: Wann ist es Zeit, zur rechten Zeit aufzuhören, bevor es öffentlich lächerlich wird? Wie schon bei den Vorgängern stehen bewährte menschliche Ausrufungszeichen von Freundschaft im emotionalen Mittelpunkt sowie: neue Herausforderungen des Lebens anzunehmen und vor allem: sich dabei stets immer selbst treu zu bleiben.

Ein bisschen viel Gefühlsduselei, dafür aber geradezu ungeheuerlich-gut in der immer „intensiver“ werdenden Animationstechnik. Die Effekte wirken mitunter, als wenn sie „real“ wären. Und bekommen dadurch noch mehr Spannungsimpulse und Abenteuer-Feeling.

Dieser 18. Streich aus dem mächtig-gewaltigen Trick-Hause von PIXAR-Disney ist mehr Gefühl denn Rampe und wirkt optisch einmal mehr exorbitant. (= 3 PÖNIs).

Übrigens: Wie immer bei PIXAR lohnt auch diesmal der Blick auf den 6minütigen Vorfilm „LOU“ von Dave Mullins, in dem sich diverse Fundsachen verselbständigen, damit ein Kindergarten-Rowdy – endlich wie verdientermaßen – ein schlechtes Gewissen bekommt: witzig.