BAYWATCH

von Seth Gordon (USA 2016; B: Damian Shannon; Mark Swift; nach der gleichn. US-TV-Serie/1989-2001; Co-Produzent: Dwayne Johnson; K: Eric Steelberg; M: Christopher Lennertz; 119 Minuten); wir erinnern uns: Rote, eng-sitzende, offenherzige Badeanzüge, da-drin: lächelnde Blondinen mit „Werbefilm-gestylten“ flockigen Haaren, braungebrannte Körper, die an einem kalifornischen Sonnenstrand zeitlupenhaft hin- und her-sprinteten. Mädels wie Pamela Anderson und Carmen Electra mit ihren knappen Outfits und viel nackter Haut wurden zu Pin-Up-Stars; Chef-Retter David Hasselhoff führte die Einheit an (ohne „Looking for Freedom“-Gesang). 243 Folgen umfasste die US-Serie „Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu“, die 1989 startete und 2001 endete. Am 1. Juli wird Pamela Anderson 50 und beweist Selbstironie: „Meine Brüste hatten eine fabelhafte Karriere – ich bin einfach immer nur mitgetrottet“. In dem aktuellen Kinofilm dauert ihr stummer Gast-Auftritt rund eine Minute, während Oldie David, der Hasselhoff wenigstens fünf Minuten mitmachen und auch etwas quatschen darf.

Der Strand ist ihr Territorium, das „DLRG“-Team ihre Familie. Mitch Buchannon (DWAYNE JOHNSON) führt eine geschlechtlich gemischte Gruppe von Rettungsschwimmern in Gestalt eines Alpha-Mucki-(Pin Up-)Pakets an. Seine markigen Worte sind Gesetz. Als aber ein zweites „Alpha“-Männchen auftaucht, Matt Brody (ZAC EFRON/hat mit dem Polizeichef Martin Brody aus „Der weiße Hai“/Roy Scheider nichts zu tun), einem ehemals erfolgreichen Olympia-Schwimmer, der aus PR-Gründen mit ins Team aufgenommen werden soll, beginnt das Macho-Duell zweier knurriger Potentaten. Bevor sie sich beruhigt haben und sich zusammenraufen. Während die Girlies immer das tun, was man fotogen von ihnen erwartet: Die Uniform-Öffnung am jugendfreien Brust-Raus-Limit. Weil dies aber nicht Leinwand-abendfüllend ist, werden noch explosive Rettungsbilder eingestreut, mit viel Lärm und Radau, um dann in eine krude Gangster-Story abzutauchen, wo die „schlimme“ Drogen-Banden-Anführerin Victoria (PRIYANKA CHOPRA) ebenfalls wie aus dem Modell-Magazin gekippt ausschaut und grinsend zynisch-großkotzige Sprüche ablässt. Bis ihre Körperteile herumfliegen.

„Baywatch“, der Film: Die Frauen wie erwartet, als Sexy-Bräute von der Stange, aber die Kerle trifft es schlimmer: KELLY ROHRBACH, als C.J.Parker die blonde dauerlächelnde fade Neuauflage von Pamela Anderson, vertritt im US-Magazin „People“ die Meinung, „dass die Männer noch mehr zu Sex-Objekten gemacht werden als die Frauen“. In der Tat, sowohl der Mit-Produzent und sich deshalb andauernd auffällig in Positur stellende Oben-Ohne-Strand-King-Kong Dwayne Johnson mit seinen 1 Meter 93 Zentimetern und einem Kampfgewicht von 120 Kilogramm als auch der vergleichsweise-„schmächtige“ Zac Efron gestalten sich und wirken tatsächlich wie nur „unnatürlich gut aussehende“ Körper („People“).

Worum es geht? Über einen dauergeilen pubertären Knaben-Stotter-Bubi bescheuerte Unter-der-Gürtellinie-Witze anzuhäufen, das beschützende Familien-Idyll (wie bei Disney) zu propagieren, markig-hohle Sprüche abzulassen und sich mit Polizei-Aufgaben auszustatten, weil die „richtige“ Polizei nur blöd, also reichlich debil ist. Das Ganze: immer begleitet von einer deftig-grölenden Musik-Dauerbeschallung, die schrecklich-aufdringlich herumposaunt und signalisiert, dass mann offensichtlich seinen eigenen Bildern nicht zutraut, für genügend Reiz und Spannung zu sorgen. Die amerikanische Kino-Zeitschrift „Empire“ betrachtet den Film als „eine der stumpfsinnigsten Komödien des Jahres“. Das US-Magazin „The Hollywood Reporter“ schreibt von einem „seelenlosen und mechanischen Kino-Reboot“, homophobe Witze inklusive. Das Fachmagazin „Variety“ spricht dagegen von einer „dummen unterhaltsamen Müll-Torheit“. Ich finde, dieser überlange, stinklangweilige Primitiv-Beach-Show zählt zu den überflüssigsten Hollywood-Importen seit langem (= 1/2 PÖNI; für die Sekunden-Pamela).