Bad Moms Kritik

BAD MOMS“ von Jon Lucas und Scott Moore (B + R; USA 2016; K: Jim Denault; M: Christopher Lennertz; 100 Minuten; Start D: 22.09.2016); die beiden Autoren-Regisseure wurden über ihr Drehbuch zum ersten „Hangover“-Streich von 2009 bekannt. 2013 kam mit „21 & Over“ (s. Kino-KRITIK) ihr erster eigener rüder Film–Quatsch in die Kinos. Mit „Bad Moms“ führen sie die „Hangover“-Motive auf der Gegenüber-Geschlechter-Seite fort: Drei Mädels dürfen diesmal ausrasten. Amy (MILA KUNIS), die zweifache Mutter, wirkt gestresst, abgehetzt, völlig ausgepowert. Reibt sich Tag für Tag auf, um ihrer verwöhnten Bagage von Family „zu dienen“, mit ihrem ätzenden wie hippen Start Up-Chef klarzukommen und vor allen sich mit den Attacken einer sich ständig aufspielenden, diktatorischen Elternbeirats-Führerin auseinanderzusetzen. Der Nervenzusammenbruch naht. Als sie aber mitkriegt, dass ihr Gatte sie betrügt, legt sie die braven Hausfrauen-Karten nieder. Lässt sich gehen. Total. Die volle Ladung „Ihr könnt mich doch alle mal“-Frust wird abgeladen. Konsequent abgearbeitet.

Gemeinsam mit zwei weiteren Normal-Überforderten-Ladies, die ebenfalls durch ähnlichen Oberkante-Lippen-Stress die Faxen dicke haben und sich aus dem täglichen spießigen Ete-Petete-Sein-Müssen voll verabschieden. Kiki (KRISTEN BELL) war immer viel zu brav und leise, während die frivole alleinerziehende Carla (KATHRYN HAHN) sowieso als schnoddrige Mrs. Unverschämt kein Blatt vor den Mund nimmt. Das aufmüpfige Trio lässt fortan die tückische Sau ‚raus. Hängt lustvoll ab; gibt ihren inneren Affen prächtig Zucker. Als dann auch noch Amy gegen diese perfekte Energie-Blondine Gwendolyn (CHRISTINA APPLEGATE) bei der Wahl zur nächsten Elternbeirats-Chefin antritt, ist der Zicken-Zoff perfekt.

Spaß macht es immer dann, wenn die „Bad Moms“ so richtig-prächtig-witzig aus sich ‚raus-gehen dürfen. Sozusagen voll knatschig abhotten. Motto: Aus „All inclusive“-Hausfrauen und Über-Mütter werden provokante Furien. Die keine Rücksicht mehr kennen und nehmen. Wollen. Wenn sie „auf Tour“ kommen, läuft der Jux flott und mit ulkigen Zoten-Pointen köstlich unkorrekt ab. Wenn aber die beiden Regisseure sie quasi abbremsen, um sich mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten und den Nestbeschmutzerinnen die Anarcho-Luft nehmen, wird deren Show zu „klein“. Wobei die Loser von Kerlen, die hier aufgeboten werden, sowieso allesamt viel zu eindimensional-nullig sind. Zu dicke deplatziert wirken. Und auch der perfekte Neu-Nachbar-Sexy-Lover von Amy, Witwer Jessie, zuckt nur albern herum.

Dennoch, die flotte „Hangover“-Hauptsache: Mädels explodieren endlich auch einmal, schweineigeln gegen ihre Fesseln und Tabus. Warum nicht, Krawall nochmal (= 3 PÖNIs).