AVENGERS: AGE OF ULTRON

„AVENGERS: AGE OF ULTRON“ von Joss Whedon (B + R; USA 2014/2015; K: Ben Davis; M: Brian Tyler, Danny Elfman; 142 Minuten; deutscher Kino-Start: 23.04.2015); MARVEL, mit Disney geschäftlich verbrüdert, sammelt Money. Viel Money. Unglaubliche viele Dollars. Erst über viele Jahrzehnte auf dem Comic-Papier, seit geraumer Zeit auch übers weltweite Kino. Teil 1 dieser Reihe hier, um DIE amerikanischen Super-Superhelden überhaupt, lautete nur schlicht „Marvel’s The Avengers“, lief Ende April 2012 an und ist heute mit Gesamteinnahmen von über 1,5 Milliarden Dollar der, nach „Avatar“ und „Titanic“, dritterfolgreichste Film aller Zeiten. Logo, dass es weitergeht. Dabei wurde das Budget für den Nachfolger, nach zuletzt 220 Millionen Dollar, um noch einmal 30 Millionen Dollar erhöht. Einschließlich 3D.

New York wurde vor aggressiven Aliens gerettet. Von IHNEN. Gemeinsam. Vor einiger Zeit. Seitdem: man hing individuell ab. Manch-Einer durfte sich weiterhin filmisch austoben, wie zum Beispiel Steve Rogers alias Captain America (CHRIS EVANS), der ab Ende März 2014 zusammen mit Natasha Romanoff alias Black Widow (SCARLETT JOHANSSON) einer üblen Verschwörung (von immerhin Robert Redford) auf die Schliche kam; in „The Return of the First Avenger“ (s. Kino-KRITIK). Jetzt versammeln sie sich wieder. Erst wird noch ein fieser Baron von Strucker (THOMAS KRETSCHMANN) im osteuropäischen Sokovia besiegt, bevor es fortan gilt, einen neuen übermächtigen Feind abzuwehren. Dabei wurde DER aus ihren Reihen entwickelt: Ultron, ein mechanischer „Mensch“, eigentlich von Iron Man und Hulk für eine neue moderne Roboter-Polizeistaffel ausgeheckt. Als Sheriff inmitten einer Friedens-Truppe. Doch Ultron nutzt seine künstliche Intelligenz und will zunächst einmal die Avengers zerstören. Bevor er weitere globale Zerstörungsmaßnahmen einzuleiten gedenkt. Also UNS auslöschen will. Um den Planeten Erde ein für alle Mal von der Menschheit zu befreien. Dabei hat er auch zwei besondere Kampfverbündete an seiner Seite, Quicksilver (AARON TAYLOR-JOHNSON) und dessen Zwillingsschwester Scarlet Witch (ELIZABETH OLSEN), deren magische Superkräfte um Telekinese und Hypnose auch das Superhelden-Team gut gebrauchen könnte. Was dann auch irgendwann erfolgt, also der Seitenwechsel. Dieser neuen „speziellen“ Jung-Typen.

Natürlich immer MEHR: Krach, Bumm, Zisch. Wo steht heute die Technologie, was können wir Noch-Dolleres am Computer trickreich zaubern. Dieses neuerliche Avengers-Movie protzt mit einem gigantischen technischen Aufwand, großkotzigen Zerstörungs-Orgien, wuchtigen Kampf-Choreographien. Dabei aber, es bleibt dabei, werden selten Opfer näher belichtet, es fließt kein Blut, damit die Jugendfreigabe gegeben ist. Was „Kopflastige“ einigermaßen irritiert. (Gebe ich gern zu). Ansonsten wird schon mal untereinander gefrotzelt, etwa bei dem vergeblichen Der-Reihe-nach-Versuch, Thors mächtigen Hammer hochzuheben, während sich – rührend antiseptisch – „ein Gefühl“ zwischen Bruce Banner alias Hulk (MARK RUFFALO) und Black Widow-Scarlett zeigt. Leider nur nebenbei angedeutet und nicht vertieft. Ansonsten: monströses Kintopp. Bombastische Schlachten. Mächtige US-„Hirten“ ackern auf Hochtemperatur. Es schreit, brüllt, tobt. Viel. Auch mit dem durchaus realistischem Hintergedanken, dass „Mensch“ inzwischen zunehmend gerne DAS erfindet, was er dann nicht (mehr) zu beherrschen in der Lage ist, so dass sich DAS dann gegen ihn wendet. Sozusagen: Wenn Goethes „Der Zauberlehrling“ aus der Fantasy-Ferne grinst.

Fazit: Mal war ich „dabei“, mal lief der Film „durch“; mal piff, mal paff; mal unterhaltsam, mal Leer mit Lauf. Irgendwie werde ich mit diesem ausufernd gigantischem Comic-Schaugelage aus Hollywood nie ganz warm. Immerhin: Wenn Scarlett Johansson und ROBERT DOWNEY JR. (als ewiger Iron Man) twisten, ist für amüsanten Unterhaltungsdampf gesorgt. Während die Anderen ihren Job ordentlich verrichten.

„Avengers 2“ ist ein überlanges Unentschieden-Getöse (= 2 ½ bis 3 PÖNIs).

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