Assassin’s Creed Kritik

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ASSASSIN’S CREED“ von Justin Kurzel (USA/Fr 2015/2016; B: Bill Collage, Adam Cooper, Michale Lesslie; K: Adam Arkapaw; M: Jed Kurzel; 116 Minuten; Start D: 29.12.2016); die Adaption eines erfolgreichen Video-Spiels. Im Mittelpunkt: Schwerverbrecher Callum Lynch (MICHAEL FASSBENDER). Er befindet sich in der Todeszelle, er wird hingerichtet, ist aber keineswegs tot. Gerettet hat ihn eine Firma namens „Abstergo Industries“, und die ist ein heutiger Ableger des – verbrecherischen – Templerordens. Mit gemeiner Absicht, denn fortan zwingen sie ihn, am sogenannten Animus-Projekt teilzunehmen, bedeutet: Mittels eines hochentwickelten Computer-Programms in die eigene und nicht zimperliche Vorfahren-Vergangenheit einzutauchen.

Dort, im spanischen 15. Jahrhundert, zur Hoch-Zeit der Inquisition, war ein Aguilar de Nerha (ebenfalls: Michael Fassbender) als Auftragsmörder, also als „Assassine“, unterwegs. Über DEN gilt es heuer, den legendären Apfel EDEN zu besorgen. Wer ihn besitzt, vermag den freien Willen der Menschheit zu steuern. Und dies ist die Absicht dieser aufwändigen Templer-Sekten-Aktion, die über eine „spezielle Maschine“ sowie modernster DNA-Technologie gesteuert wird.

Kloppereien bis kein Arzt kommt. Als grölendes 3 D-Spektakel, in dem dauerhaft gemeuchelt und massakriert wird. Motto: Inhalt und Charaktere werden flach gehalten, dafür dominieren (Computer-)Technik und intensive Gewalt-Bilder. Ausgedehnte Kampf-Motive. Der Film ist nur eine gigantische Material-Schlacht.

Der derzeit vielgefragte Deutsch-Ire MICHAEL FASSBENDER (zuletzt sanft in „The Light Between Oceans“; davor brillant als und in „Steve Jobs“) ist als wortkarger „Mad Max“ des Mittelalters „heldisch“ in Aktion. Lange Zeit für die falsche Seite. In den Sprach-Pausen schreiten Promis durch die düstere Szenerie wie immerhin JEREMY IRONS (so uninspiriert war er noch nie), MARION COTILLARD (nebenan im Kino gerade auch mit Brad Pitt in „Allied – Vertraute Fremde“ zu bestaunen), BRENDAN GLEESOIN (so uninspiriert war er ebenfalls noch nie) und CHARLOTTE RAMPLING (ebenfalls belanglos auf- und abtretend), um selbige einigermaßen zu erklären.

Fazit: Auch zum Jahres-Ende dominiert die ausgiebige Film-Gewalt. Symbolisch für das Kriegs-Kino-Jahr 2016. Das Schlimme: Wir gewöhnen uns daran. Sowohl im dunklen Lichtspielhaus wie „draußen“. „Assassin’s Creed“, also Assassins Glaubensbekenntnis, ist nur eine weitere, hohle, brutale Gewalt-Orgie. Budget: Irgendwo zwischen 130 bis 200 Millionen Dollar. Dennoch: 2 PÖNIs für die zugegebenermaßen wahnwitzige, opulente Technik-Performance (= 2 PÖNIs).