AMERICAN ASSASSIN

„AMERICAN ASSASSIN“ von Michael Cuesta (USA 2016; B: Stephen Schiff; Michael Finch; Edward Zwick; Marshall Herskovitz; nach dem gleichn. Roman von Vince Flynn/2010; K: Enrique Chediak; M: Steven Price; 112 Minuten); wir erinnern uns wenig gerne, an „Assassin’s Creed“ (s. Kino-KRITIK), der uns Ende letzten Jahres behelligte. Nun also – von Titel und Gedanken her – etwas Ähnliches: Lasst uns Gewalt ausüben. Genießen. Einen Vorwand gibt es immer. Und tolle Aggressionen lenken schließlich alles zum Guten, zumindest im primitiven amerikanischen Ideologie-Hau-Drauf-Kino.

Es gibt die CIA und es gibt auch SIE, eine spezielle wie geheime CIA-Unterorganisation, die immer dann eingeschaltet wird, wenn die legalen Machenschaften nicht mehr ausreichen, um „Feind“ zu besiegen. Besser: abzuschlachten. Ohne Rücksicht auf – etwa moralische, demokratische – Verluste. Immer erst draufhauen, abknallen, dazugehörige Fragen sind unnötig. Dabei fängt es an wie damals „Ein Mann sieht rot“: Jüngelchen Mitch Rapp DYLAN O’BRIEN/grauslich) macht gerade seiner Liebsten im sonnigen Ibiza im Wasser einen Heiratsantrag, als islamische Dschihadisten den Strand angreifen und viele Urlauber töten. Darunter auch sein Mädel.

Aus dem arabischen Linguistik-Studenten wird ein verbitterter, traumatisierter – und eigentlich behandlungsbedürftiger – „Charles Bronson“. Mit viel brutalem Rache-Appetit. Der bei dieser CIA-Spezialeinheit landet, den ein arrogantes Arschloch namens Stan Hurley (MICHAEL KEATON/was macht DER denn hier?) cool leitet. Nukleares Material ist verschwunden, die Iraner (!) stecken mit-drin, eine atomare Katastrophe winkt. Und findet dann auch statt, allerdings glimpflich und im Meer. Hurra. Es leben die guten amerikanischen Attentäter!

Am Ende sind die Amis und ihre Helden happy. Trump & Konsorten wird dieser reaktionäre Aggressions-Scheiß gefallen; alle anderen sollten diesen Schund meiden (= 0 PÖNIs).